Aus dem Englischen neu übersetzt von Alexander Pechmann. Jude Fawley, Steinmetz, von seiner Frau verlassen, trifft in Christminster seine verheiratete Cousine Sue Bridehead. Sie wird die Leidenschaft seines Lebens. Für die Gesellschaft bleiben sie durch ihre "wilde Ehe" geächtet. Doch als Judes Frau Arabella den gemeinsamen Sohn aus Australien schickt und Jude und Sue ihn mit den eigenen Kindern aufziehen wollen, beginnt eine Tragödie auf Leben und Tod. Thomas Hardys größtes Werk weckte im England des 19. Jahrhunderts einen solchen Entrüstungssturm, dass er nie wieder einen Roman schrieb.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2018
Tilman Spreckelsen zeigt sich schwer beeindruckt von Thomas Hardys Roman aus dem Jahr 1894. Der an Seltsamkeiten reiche, laut Rezensent wuchtige Text über hohe Ambitionen und hohe Moral und die Frage, welchen Anteil Gesellschaft und Schicksal am Glück eines Menschen haben, fordert Spreckelsen heraus. Das Unbehagen von Hardys zeitgenössischem Leser angesichts der Handlung, in der sozialer Aufstieg durch Bildung sich als Märchen erweist, scheint für den Rezensenten nachvollziehbar zu sein.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.07.2018
Rezensent Werner von Koppenfels versteht die Welt nicht mehr. Wieso diese Neuübersetzung von Thomas Hardys letztem Roman, der Koppenfels beim Wiederlesen wegen der darin angelegten Ausweglosigkeit des Helden traumatisch berührt, nötig war, leuchtet ihm nicht ein. Schnitzer über Schnitzer, "falsche Freunde" und eine ungelenke Syntax entdeckt er in der von Alexander Pechmann zwar sorgfältig edierten, doch mangelhaft übersetzten Fassung. Für einen ungetrübten Genuss von Hardys angriffslustigem Text (Ehe, Kirche, Sexualmoral, akademischer Dünkel werden laut Koppenfels kritisiert) zieht der Rezensent die alte Fassung von Eva Schumann vor.
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