Gewalt ist ein soziales Ereignis, das alltäglich ist, auch wenn sich Regionen der Welt mitunter massiv in ihren Gewaltniveaus unterscheiden. Und doch wird Gewalt - zumindest in den westlichen Gesellschaften - als Rätsel oder exotisches Geschehnis wahrgenommen, mit Auswirkungen, die selbst noch in den Sozialwissenschaften zu beobachten sind. Denn die Gewaltforschung tut sich einigermaßen schwer, Gewalt zu erklären, wenn nicht sogar der Versuch der Erklärung dezidiert zurückgewiesen wird. Erklärungen, die jeweils bei den Motiven von Akteuren, bei situativen Interaktionsdynamiken oder gesellschaftlichen Bedingungskonstellationen ansetzen, können allein nicht überzeugen. Die Autoren schlagen vor, an prozessualen Erklärungen von Gewalt zu arbeiten, die den Blick auf die Vorgänge der Verursachung richten, um so der wissenschaftlichen Diskussion um Gewalt einen neuen methodischen Impuls zu geben.
Rezensent Rudolf Walther wünscht diesem "frischen Wind" in der soziologischen Suche nach Erklärungen für Gewalt viele Leser: Zunächst zeigen die beiden Sozialforscher Thomas Hoebel und Wolfgang Knöbl auf, dass die üblichen Motiv-, Situations- und Statistikanalysen selten mehr als Zirkelschlüsse zulassen, erzählt der Kritiker. Danach plädieren die Autoren ihm zufolge schlüssig für "das prozessuale Erklären von Gewalt": Die Analyse des zeitlichen Verlaufs und der Entwicklung seien aufschlussreicher als Fokussierungen auf einzelne Aspekte, die zwangsläufig zu kurz greifen, fasst Walther zusammen. Ihn hat die Argumentation mit ihren anschaulichen Beispielen vollkommen überzeugt.
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