Thomas Hürlimann

Der Rote Diamant

Roman
Cover: Der Rote Diamant
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2022
ISBN 9783103970715
Gebunden, 320 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

"Pass dich an, dann überlebst du", bekommt der elfjährige Arthur Goldau zu hören, als ihn seine Mutter im Herbst 1963 im Klosterinternat hoch in den Schweizer Bergen abliefert. Dort wird er zum "Zögling 230" und lernt, was schon Generationen vor ihm lernten. Doch das riesige Gemäuer, in dem die Zeit nicht zu vergehen, sondern ewig zu kreisen scheint, birgt ein Geheimnis: Ein immens wertvoller Diamant aus der Krone der Habsburger soll seit dem Zusammenbruch der österreichischen Monarchie hier versteckt sein. Während Arthur mit seinen Freunden einer Spur folgt, die tief in die Katakomben des Klosters und der Geschichte reicht, bricht um ihn herum die alte Welt zusammen. Rose, das Dorfmädchen mit der Zahnlücke, führt Arthur in die Liebe ein, und durch die Flure weht Bob Dylans "The Times They Are a-Changinʼ".

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 13.09.2022

Rezensent Christoph Schröder kann sich für Thomas Hürlimanns Roman begeistern. Der Autor vermischt hier Fiktion und Autobiografie, wenn er von den Beobachtungen des elfjährigen Arthur Goldaus berichtet, der im Spätsommer 1963 in einer bedrückenden, schmucklos leeren Klosterschule in den Schweizer Bergen abgeliefert wird, erklärt Schröder. Die teilweise monströsen oder skurrilen Charaktere sind dem Rezensenten zufolge scharf gezeichnet, jedes noch so unwichtig erscheinende Detail ergibt an irgendeinem Punkt des Romans Sinn. Schröder registriert ebenso erschütternde wie bewundernswerte Passagen, die Handlung wandle sich zeitweise sogar zu einem spannenden, philosophischen Abenteuer inklusive Schatzsuche und einem spektakulären Showdown. So bleibt dem Rezensenten gar nichts anderes übrig, als diesen "atemberaubend guten, hochintelligenten Roman" dieses lebenserfahrenen, reifen Autors weiterzuempfehlen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2022

Rezensent Jochen Hieber findet das Verhältnis von Verlust und Humor im neuen Roman von Thomas Hürlimann erstaunlich. Wie bei Bernhard ist der Leser laut Hieber hin- und hergerissen zwischen Trauer und Lachen. Die Internatsgeschichte des katholischen Eleven Arthur Goldau erzählt Hürlimann auf ebenso hinreißende wie traditionsbewusste Weise (Musil, Hesse!) als "lachphilosophisches Untergangsepos" mit viel Fabulier- und Konstruktionslust, erklärt der Rezensent.

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