Indianer: Das klingt nach Freiheit, Prärie, Büffeljagd und Lagerfeuer - bis der weiße Mann kam und alles kaputt machte. Nach wie vor prägen solche Bilder die geläufigen Vorstellungen über die ersten Bewohner Nordamerikas. Doch wie lebten die Indianer wirklich, wie begegneten sich die Stämme untereinander und was sind die Probleme eines Indianers heute? Thomas Jeier räumt in dieser umfassenden Geschichte der Indianer mit einer Reihe von Klischees auf - Indianer waren weder die "edlen Wilden" noch die ersten Umweltschützer. Zugleich überrascht sein Buch mit einer Fülle bislang unbekannter Erkenntnisse, etwa wenn er über die Hochkultur der Ackerbau treibenden Anasazi schreibt oder deutlich macht, dass die amerikanische Verfassung Vorläufer im Irokesenbund hatte.
Kurz und knapp stellt Michael Holmes die zentralen Leistungen dieses Buch vor, das sich von den zahlreichen anderen Büchern über die Ureinwohner Amerikas vor allem dadurch abgrenze, dass es weder die Klischees von den "roten Teufeln" noch die der edlen Wilden bediene. So befasse sich das Buch einerseits mit der Unterdrückung und bis heute andauernden Marginalisierung der indigenen Bevölkerung durch die europäischen Einwanderer, andererseits verschweige es aber auch nicht die teils rigorose soziale Ordnung mancher Stämme. Besonders zu schätzen weiß der Rezensent, dass für den Autor "Indianer auch niemals nur Indianer" sind, sondern vielmehr eine Vielzahl individueller Stämme mit je eigener Kultur und Wertesystem, und freut sich abschließend auch über die Vielzahl zu Wort kommender Stimmen, die ein differenzierteres Bild der Lebenssituation heutiger Indianer zeichnen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.11.2011
Kein populäres Thema, das der Autor sich da vornimmt. Umso mehr freut sich Rezensent Thomas Speckmann, wenn Thomas Jeier hier eine wirklich große Erzählung über den Überlebenskampf der Indianer in Amerika gelungen ist. Für Wildwestromantiker ist das Buch allerdings nichts, warnt Speckmann. Drastik und Prägnanz bei den Schilderungen der den Kampf der Weißen gegen die Ureinwohner der USA prägenden Massaker verschlagen dem Rezensenten immer wieder den Atem. Kein Zweifel für Speckmann, hätte es Genfer Menschenrechtskonventionen damals schon gegeben, die von christlichem Fanatismus entflammten Kolonialmächte und später die USA, sie wären geächtet worden.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…