Thomas Metzinger

Bewusstseinskultur

Spiritualität, intellektuelle Redlichkeit und die planetare Krise
Cover: Bewusstseinskultur
Berlin Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783827014887
Gebunden, 208 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Wie bewahrt man seine Selbstachtung in einer historischen Epoche, in der die Menschheit ihre Würde verliert? Wir brauchen ein neues Leitbild für die planetare Krise. Das alte, durch Gier, Neid und Dominanzstreben angetriebene Modell des kontinuierlichen Wirtschaftswachstums führt uns in eine globale Katastrophe. Der offensichtlichste Grund (von vielen) ist die enge Korrelation zwischen Wachstum und Kohlendioxidemissionen.Wir müssen uns ehrlich machen! Realistisch betrachtet sind unsere Möglichkeiten bereits jetzt auf Schadensbegrenzung und intelligentes Krisenmanagement beschränkt. Intellektuelle Redlichkeit, Mitgefühl und eine bestimmte Form von innerer Bewusstheit sind das, was wir für mentale und politische Resilienz dringend brauchen. Der Begriff einer "Bewusstseinskultur" bildet den Ausgangspunkt für eine neue Debatte. Für mehr Mitgefühl und radikale Selbstachtung. Mehr als dreißig Jahre lang haben wir sehenden Auges versagt. Neben unserem Mangel an Selbstachtung und dem fehlenden Mitgefühl für künftige Generationen war eine der Hauptursachen für die sich anbahnende planetare Krise ein Mangel an kultureller Kreativität: Wir waren nicht in der Lage, die alten Werte hinter uns zu lassen und alternative Leitbilder zu schaffen.Genau das ist aber dringend erforderlich, um einen neuen kulturellen Kontext für den Ausstieg aus dem Wachstumsmodell zu schaffen. Wir brauchen eine Bewusstseinskultur, die sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene funktioniert. Wege dahin zeigt dieses Buch.Wir brauchen eine radikale neue Bewusstseinskultur.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2023

Rezensent Helmut Mayer findet die Erwartungen, die der Philosoph Thomas Metzinger an die Wirkung von bewusstseinserweiternden Substanzen und Praktiken knüpft, ein klein wenig überzogen. In seinem Buch verspricht sich Metzinger laut dem Kritiker vom "ekstatischen Ich-Verlust" die tiefgreifende Selbsterkenntnis, derer es zur Überwindung der Krise von Planet und Gesellschaft bedarf. Die Ekstase wird demnach zum quasi letzten Mittel, den Menschen zu vernünftigem Handeln zu bewegen, so Mayer, unter anderem weil dieser außerhalb des eigenen Ichs eine intensivere Verbundenheit "zu allen fühlenden Lebewesen spüre". Der Autor geht hier wirklich "aufs Ganze", meint der Rezensent verblüfft, er findet das ein bisschen naiv, sieht aber trotzdem einige interessante Facetten in diesem radikalen Ansatz.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 13.01.2023

Dass die Gegenwart von vielfältigen, einander überlagernden Krisen geprägt ist, ist inzwischen ein Gemeinplatz. Um mit diesen Krisen umzugehen, fehle es auch nicht etwa an Wissen oder technologischen Mitteln, meint Thomas Metzinger, sondern an "einer neuen Bewusstseinskultur". Was genau der Autor damit meint, und wie konkret die Meditation, die er anpreist, dabei helfen kann, "gute Bewusstseinszustände" zu fördern, will Rezensent Volkart Wildermuth nicht so ganz aufgehen. Die Bereitschaft, der Wahrheit ins Gesicht zu blicken gehöre dazu, Verantwortungsbewusstsein und Mitgefühl. Doch viel mehr, oder konkreteres erfährt Wildermuth nicht. Vielleicht liegt es daran, dass sich die durch Meditation erreichten Bewusstseinszustände sprachlich nicht so gut darstellen lassen, wie Metzinger erklärt. Auch zweifelt der Rezensent daran, dass Meditation wirklich das ausschlaggebende Werkzeug ist, um die Klimakatastrophe zu bekämpfen. Dennoch gelingt Metzinger etwas sehr Wichtiges mit seinem Buch: Er macht die Dringlichkeit der Situation nicht nur verständlich, sondern auch fühlbar, so der Rezensent.

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