Thomas Mullen

Darktown

Roman
Cover: Darktown
DuMont Verlag, Köln 2018
ISBN 9783832183530
Gebunden, 480 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Berni Mayer. Atlanta, 1948: Auf Druck von oben sieht sich das Police Department gezwungen, die erste Einheit farbiger Polizisten in seiner Geschichte aufzustellen. Acht Männer, die in 'Darktown', dem streng abgegrenzten Viertel der farbigen Einwohner, für Recht und Ordnung sorgen sollen. Die Situation ist alles andere als einfach: Ihre weißen Kollegen begegnen den Beamten mit tiefer Feindseligkeit. Sie dürfen nicht vom Polizeipräsidium aus arbeiten, haben keine Erlaubnis, weiße Verdächtige zu verhaften. Und selbst die farbige Bevölkerung begegnet ihnen mit Misstrauen. Als eine junge farbige Frau tot aufgefunden wird, scheint das niemanden zu interessieren - bis auf Lucius Boggs und Tommy Smith, zwei Cops der neuen Einheit, die sich gemeinsam auf die Suche nach der Wahrheit machen. Zwischen zwielichtigen Alkoholschmugglern, scheinheiligen Puffmüttern, korrupten Gesetzeshütern und unter permanenter rassistischer Unterdrückung riskieren Boggs und Smith ihre neuen Jobs - und ihr Leben -, um den Fall zu lösen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.12.2018

Rezensent Ulrich Baron schätzt das Dezente und Tiefgründige in Thomas Mullens Roman über Konflikte zwischen Schwarz und Weiß in der Polizei im Atlanta des Jahres 1948. Erzählt wird vom schwarzen Cop Lucius Boggs und seinen Ermittlungen in einem Mordfall um eine schwarze Frau ermittelt, deren Tod die weißen Ermittler unter den Tisch kehren wollen. Dass Mullen auf Klischees, historische Requisite und "einschlägige Soziolekte" verzichtet, findet der Kritiker bemerkenswert. Auch dass Übersetzer Berni Mayer sich eng an der Sprache des Originals orientiert und nicht einfach eindeutscht, gefällt Baron gut.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.11.2018

Sylvia Staude hätte sich mehr erwartet von Thomas Mullens Krimi-Geschichte über die ersten schwarzen Polizisten im US-Staat Atlanta. Dass der Autor Rassismus ins Zentrum seiner Story stellt, findet sie richtig, allerdings erscheint ihr der für den Polizeiroman gewählte Stil allzu traditionell. Auch wenn deutlich wird, was es 1948 hieß, ein Negro-Bulle zu sein, hantiert der Autor laut Staude nach bewährtem Krimischema. Die Handlung findet sie trotz vieler Wendungen erwartbar, die Charaktere schematisch. Weniger Action, mehr Differenzierung hätte dem Buch gut getan, scheint Staude zu denken.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2018

Kai Spanke weiß, dass es einen versierten Autor braucht, um heute einen Roman zu schreiben, der im Atlanta des Jahres 1948 spielt: Groß sei die Gefahr, anstelle von guter Fiktion ein Gesinnungstraktat zu schaffen. Bei Thomas Mullen sieht Spankes dieses Risiko nicht, er fürchtet auch nicht, dass die Geschichte wohlfeil werden könnte. Mullen erzähle klaustrophobisch von einer Einheit schwarzer Polizisten, die sich zwar um bestimmte Fälle (wie ermordete schwarze Frauen) kümmern darf, aber keine weißen Verdächtigen festnehmen. Finster und beklemmend findet Spanke den Roman.
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