Die Seidenstraße, die Ostasien mit dem Mittelmeerraum verbindet, ist zum Inbegriff einer frühen Globalisierung geworden. Der Sinologe Thomas O. Höllmann schaut von China aus auf das legendenumrankte Routennetzwerk. Er beschreibt anschaulich, wie die Menschen reisten und wie Güter und Ideen weitervermittelt wurden. Ein Ausblick macht deutlich, warum China mit der "Neuen Seidenstraße" auf das symbolische Kapital der alten Verbindungen setzt. Seit der Antike nutzten Gesandte, Händler, Missionare und Abenteurer die Seidenstraße. Auf dem Landweg passierten sie dabei lebensfeindliche Wüsten wie die Taklamakan, überwanden hoch aufragende Gebirge wie den Pamir und verweilten in betriebsamen Oasenstädten wie Buchara, Samarkand oder Turfan. Davon künden zahllose archäologische Zeugnisse, von denen viele erst in den letzten Jahrzehnten erschlossen wurden. Thomas O. Höllmann rekonstruiert mit ihrer Hilfe sowie anhand von historiographischen Quellen, fesselnden Reisebeschreibungen und lebensnahen Gedichten, welche Waren nach China gelangten, wie der Buddhismus und andere Religionen im Reich der Mitte rezipiert wurden und welche Schlüsseltechnologien, allen voran Papier und Buchdruck, von dort aus ihren Siegeszug über die ganze Welt antraten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.05.2022
Rezensent Kai Vogelsang erkennt mit Thomas O. Höllmanns nach Sachgebieten geordnetem Buch die Unterschiede zwischen der ursprünglichen weltoffenen Seidenstraße mit dem chinesischen Chang'an als Knotenpunkt und dem Projekt von heute, mit dem China seine Exporte und seine Macht steigern will. Höllmanns enzyklopädischer Ansatz, der dem Rezensenten sachkundig, detailreich und mittels Karten und Illustrationen Routen und Regionen erschließt, Waren und Gebräuche rund um die alte Seidenstraße, versetzt Vogelsang in Staunen. So kosmopolitisch wie einst ist die Seidenstraße heut nimmer, stellt er bedauernd fest.
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