China hat sich in wenigen Jahrzehnten vom Armenhaus im Mao-Look zur Hightech-Nation gewandelt. Vielspurige Autobahnen und Hochgeschwindigkeitszüge verbinden die Zentren. Oft heißt es, die Technologie sei nur importiert, ja geraubt, und die sozialen und ökologischen Probleme seien übermächtig. Doch das ist eine gefährliche Täuschung, wie Theo Sommer eindrucksvoll zeigt. Wer sein Buch gelesen hat, wird China und den Westen mit anderen Augen sehen.
In immer mehr Zukunftssparten wie erneuerbare Energien oder Elektromobilität übernimmt China die Führung. Das Seidenstraßen-Projekt stellt wichtige Handelswege unter chinesische Kontrolle. Außenpolitisch trumpft China immer mehr auf, in Asien auch militärisch. Der neue starke Mann Xi Jinping hat sich eine Machtfülle gesichert, wie sie nicht einmal Mao hatte. Er perfektioniert den Überwachungsstaat mit digitaler Gesichtserkennung und einem an Orwell gemahnenden "Sozialkreditsystem". Auch hier spielt China eine beängstigende Vorreiterrolle. Das chinesische Jahrhundert hat begonnen. Es kommt jetzt darauf an, es zu verstehen und sich zu behaupten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.05.2019
Rezensent Matthias Müller stellt fest, dass Theo Sommer nie in China gelebt hat. Dennoch scheint ihm Sommer einen guten Einblick in das Wirken der KPCh zu haben und in seinem Buch die geostrategischen Aspekte von Chinas Politik vermitteln zu können. Weniger überzeugend findet er dagegen Sommers Kompetenz in wirtschaftlichen Fragen. Hier übernimmt Sommer kritiklos fremde Positionen, so Müller. Die Vorstellung des Autors von friedlicher Koexistenz und Kooperation zwischen dem Westen und China scheint dem Rezensenten angesichts jüngster Äußerungen von US-Politikern fragwürdig und beinahe naiv.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.02.2019
Lea Deuber gähnt herzlich angesichts von Theo Sommers Erkenntnissen über China heute. Das Allermeiste im Buch hat sie schon woanders genauer geschildert bekommen, mitunter findet sie Sommers Analysen kurios oder auch ärgerlich, weil sie voller Sachfehler sind, wie sie feststellt. Dass Sommers Einblicke in die Situation in China tief genug sind, bezweifelt Deuber, meist sind es Allgemeinplätze, die sie liest oder längst bekannte Tatsachen, die der Autor als News verkaufen möchte. Viel zu spät im Buch versucht sich Sommer laut Deuber an dem Entwurf zu einer realistischen China-Politik, Exkurse über seine früheren China-Reisen scheinen ihr immerhin interessant, auch wenn Sommer aus ihnen kaum weiterführende Schlüsse zieht.
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