Was geschieht in den Wochen und Monaten vor einer Theateraufführung? Welchen Wesenswandel vollziehen Menschen, die plötzlich als "Hamlet" oder "Lady Macbeth" erscheinen? Wie entsteht dieses Leben auf Probe? Thomas Oberender untersucht die Bedingungen der Faszination fürs Theater. Er steht mit Schauspielern auf der Bühne: Von der ersten Textlektüre bis zur Aufführung, von der Sekunde, da ein Text in einem Schauspieler "ankommt", bis zu dem Moment, wo er ihm Ausdruck verleihen kann, folgt der Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele dem Prozess der Anverwandlung einer Figur.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2009
"Stolze, gleichsam junkerhafte Anmut" bescheinigt Rezensent Christopher Schmidt der Sprache von Regisseur Thomas Oberender. Denn nicht nur ist dies ein sehr kluges Buch über Theater, so Schmidt, sondern ebenso ein schönes. Von der Fleischwerdung des Wortes auf der Bühne bis zum Dienstleistungscharakter journalistischer Arbeit verfolgt der Rezensent die Gedanken Oberenders mit vehementer Zustimmung. Dabei ist es auch die stoische Kühl- und geistige Klarheit von Oberenders Überlegungen, die Rezensent Schmidt beeindrucken. Ganz ohne Eitelkeit und Voyeurismus liest sich in diesen flüchtigen Skizzen für Schmidt "das bemerkenswerteste Theaterbuch der vergangenen Jahre."
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