Man hat ihn, halb erfroren, im Wald gefunden: Matthias Schwitter. Jetzt liegt er in der Klinik, und durch seinen Kopf jagen Erinnerungen, Bilder, Schatten eines Lebens, das nicht weit zurückliegt. Und noch lange nicht gelebt ist. Was hat er tagaus, tagein in der Bank zu tun gehabt? Auf welchen Wegen ist er durch Zürich geirrt? Warum hat sich eine Liebe nicht verwirklicht?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.08.2011
Die Geschichte uniform, der Ton einseitig. Dass die Rezensentin dem Autor sein Buch dennoch nicht vor die Füße wirft, liegt am Thema der Grenzerfahrung eines unter Zwangsneurose leidenden Menschen, die der Autor mitunter durchaus subtil zu gestalten weiß, wie Nadja Wünsche dem Text zugute hält. Sie meint sogar zu spüren, wie sich die Figur nach einem bewusst riskant gestalteten Gebirgsausflug im Krankenhausbett vervielfacht. Mangelnde sprachliche Umsetzung möchte sie Thomas Schenk also nicht vorwerfen. Allerdings gibt sie auch zu bedenken, dass der Autor seiner Figur auch einen Ausbruch aus seinem Zwang hätte gewähren können, das hätte dann eine vielseitigere Sprache ermöglicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 17.05.2010
Es kommt nichts bei rum, salopp gesprochen. Die Meinung des gnadenlosen Rezensenten zu diesem schmalen Romandebüt von Thomas Schenk gründet sich auf den Umstand, dass der Autor seine Utopie einer Weltflucht (eines pedantischen Bankangestellten) nicht auszuformulieren vermag. Nichts Produktives erkennt Christoph Schröder am Ende des Wegs dieser äußerlich aalglatten, innerlich reichlich sehnsüchtigen Figur ins Gebirge, bloß Erschöpfung. Der Versuch einer Steigerung, wie sie dem Autor offenbar vorschwebte, durch Transzendierung der Daseinsmüdigkeit ins Philosophische nämlich, misslingt laut Schröder und ergibt nicht Poetisierung oder gar Erkenntnis, sondern "sprachliche Schwurbeligkeit" und "Verunklarung".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.04.2010
Eher enttäuscht hat Rezensentin Dorothea Dieckmann dieses Buch über beiseite gelegt. Dabei verkraftet sie noch am besten, dass diese Erzählung aus dem "Hohlraum einer blutleeren Existenz" bereits ähnliche Vorläufer hat. Schlimmer findet sie, dass die Geschichte der "Dissoziation eines unglücklichen Bewusstseins" konventionell gestaltet ist. Die literarische Technik dieses Autors sei, schreibt sie, sehe man einmal von der "sorgfältig gearbeiteten" Schlüsselsituation und ihren Variationen ab, ebenso "fade wie der unscheinbare Erzähler-Protagonist selbst" . Die Grenzerfahrung, die er erleide als "sprachliche Grenzerfahrung fühlbar zu machen", das hätte dieser Text ihrer Ansicht nach mindestens leisten müssen.
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