Tim Wynne-Jones

Dieb im Haus der Erinnerung

Roman. Ab 13 Jahre
Cover: Dieb im Haus der Erinnerung
Carl Hanser Verlag, München 2007
ISBN 9783446208650
Gebunden, 202 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem kanadischen Englisch von Brigitte Jakobeit. Dec ist sechzehn und hat (fast) alles: Nur seine Mutter ist verschwunden. Eines Tages wird im alten, unbewohnten Haus der Familie ein Toter gefunden. Es ist der LKW-Fahrer, mit dem Dec neulich mitgefahren ist. Aber auch sein Vater und seine Stiefmutter scheinen den Mann zu kennen. Hat er etwas mit dem Verschwinden seiner Mutter zu tun? War sie damals wirklich einfach abgehauen oder musste sie fort und um ihr Leben rennen?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2007

Der Rezensent Sebastian Günther fühlt sich auf jeden Fall gut unterhalten von diesem Jugendbuch, in dem der Autor Tim Wynne-Jones eine kriminalistische Spurensuche mit einer Erforschung der Kindheitserinnerungen seines Protagonisten Declan verbindet - auch wenn sich Günther nicht sicher ist, ob er eher "verärgert oder belustigt" sein soll, dass in diesem Roman so unverhohlen zitiert und mit literarischen Versatzstücken munter kombiniert wird. Auch wenn die Zeitebenen dieses Psychothrillers nach Meinung des Rezensenten bei der ersten Lektüre bisweilen schwer zu überblicken sind, ist die Geschichte doch spannend und unterhaltsam. Das liege vor allem daran, dass Wynn-Jones seinen Protagonisten mit Hilfe seines "seelischen Echolots" immer feiner herausarbeitet. Nur mit der Zeichnung der Nebenfiguren ist Günther nicht ganz einverstanden. Die sind ihm größtenteils schlichtweg zu eindimensional, "statisch und klischeehaft".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.07.2007

Spannend bis zur letzten Seite fand Rezensent Reinhard Osteroth diesen Roman. "Lapidarer Tonfall", überzeugende, dichte Szenenkomposition und bildkräftige Details sind aus Sicht des Rezensenten der Stoff, der dieses Buch zu einem psychologischen Thriller für junge Leser macht. Es geht um einen Jungen, dessen Mutter vor sechs Jahren die Familie verließ und der durch einen Mordfall im Elternhaus auf die Spur der Verschwundenen kommt. Besonders gelungen findet der Rezensent das Motiv des verlassenen Elternhauses. Nach dem Verschwinden der Mutter bezog der Vater ein neues Haus, während das alte seitdem als unbewohnte, verwunschene Immobilie "wie eine riesige Zeitkapsel" im Plot funktionieren würde.
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