Aus dem Amerikanischen von Nina Goldt. Wir leben in einer Zeit, in der wir Menschen die Erdoberfläche durch unseren Bedarf an Rohstoffen maßgeblich umgestalten. Uns ist dies meistens nicht bewusst, weil solch große Veränderungen selten als Ganzes sichtbar werden. Wechseln wir allerdings die Perspektive und blicken von weit oben auf die Erde, wirkt sie fremd, faszinierend und verletzbar zugleich. Ihre abstrakten Formen, Farben und Muster lassen uns staunen - über die Dinge, die wir Menschen dort erschaffen. In diesem Buch werden Bilder aus der Satelliten- und Luftbildfotografie mit dem Faktor Zeit kombiniert. So werden die Auswirkungen von Konsum, Urbanisierung, Transportwesen und Umweltkatastrophen sichtbar gemacht: Im Niemandsland entstehen neue Städte, durch Brandrodung wird Agrarfläche nutzbar gemacht und durch neue Staudämme verschwinden ganze Landstriche peu à peu unter Wasser.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 05.01.2022
Rezensent Günther Wessel weiß nicht, ob er sich freuen soll über die Mondrian-Farbflächen auf den von Timothy Dougherty und Benjamin Grant zusammengestellten Satellitenbildern von Autobahnkreuzen, Fabriken, Obstplantagen, Hafenanlagen und Städten, die sich in die Wüste fressen, oder doch eher weinen angesichts all der so sichtbar werdenden Zerstörung, Zersiedelung und Versiegelung unseres Planeten. Die auf Wessel mitunter wie Kunstwerke wirkenden Bilddokumente und die informativen Einleitungen und Bildlegenden hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck beim Rezensenten.
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