"Hessabi" ist ein persischer Roman auf deutschem Boden, die Coming-of-Age-Geschichte eines Persers, der im Deutschland der 60er-Jahre aufwächst. Jeans, Zigaretten, Politik, die erste große Liebe und immer wieder die Beatles prägen den Ton des Neuseeländers Tom Appleton, der dem jungen Protagonisten eine unverwechselbare Stimme zwischen Erwachsenwerden, Genie und Wahnsinn verleiht.
Bonn, Coburg und Heidelberg sind die schulischen Stationen, die der jugendliche Adam Hessabi seinen schlechten Noten und dem großen Ehrgeiz seiner etwas verrückten Eltern zu verdanken hat. Hessabi ist Perser und hat wohl gerade deshalb die Gabe, seinem Aufwachsen in Deutschland mit einer gewissen Distanz zu begegnen. Schonungslos erinnert er sich an sadistische Lehrer, Jugendriten und die kleinen verbotenen Fluchten in Musik und Mädchen.
An seine Kindheit, die Adam offenbar in Persien verbracht hat, erinnert er sich nicht. Immer wieder stolpert er über seine Vergangenheit. Doch sosehr er das Rätsel um seine Herkunft lösen möchte, es wird ihm nicht gelingen. Im Gegenteil: Seine Familie verstrickt ihn zunehmend in ihre Bande, denn auf fast jede rebellische Pubertät folgt erst einmal die Kapitulation der vermeintlichen Vernunft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2016
Rezensent Martin Lhotzky kann kaum glauben, dass ein derart "pubertäres" Werk von einem fast siebzigjährigen Autor stammen soll. Im Grunde genommen liest der Kritiker in diesem an Anekdoten nicht sparenden Buch, das möglicherweise Tom Appletons eigene Jugendjahre beschreibt, nicht mehr als eine Mischung aus allzu detailreich erzählten Sex-Szenen mit Frauen verschiedenen Alters, eine üppige Wiedergabe von Beatles-Songtexten und seitenlange Aufzählungen der Musik- und "Motorenmaschinen-Lieblingsstücke" des Erzählers. Dass sich Appleton in seinem Roman auch noch um Witz bemüht, macht die Lektüre für den Kritiker leider nicht vergnüglicher.
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