Kurz nachdem er geboren wurde, leidet seine Mutter zum ersten Mal an einer Psychose. Sie zieht sich mit dem Kleinkind immer mehr von der Außenwelt zurück, kappt alle Kontakte zu Freunden und Familie, verlässt die Zweizimmerwohnung nur noch selten. Währenddessen kämpft sein Vater für das alleinige Sorgerecht. Als der Sohn schließlich in dessen neue Familie aufgenommen wird, bricht der Kontakt zur Mutter ab. Fast zwanzig Jahre später ist er deshalb auf die Zeugnisse anderer angewiesen - Gerichtsakten, Tonbandaufnahmen, Erzählungen und Erinnerungen der Familie -, um doch noch zu erfahren, was damals geschehen ist. Er malt sich aus, wie diese Zeit gewesen sein könnte, und wird dabei von einer surrealen, albtraumhaften Welt eingeholt. In Ein Spalt Luft erzählt Mischa Mangel vom Leben eines jungen Mannes, der seine eigene Geschichte sowie die seiner Familie umkreist. Dabei montiert er verschiedene Stimmen: die bürokratische Sprache psychologischer Gutachten und Studien, Märchen, Träume, psychotische Tiraden, erzählerische und poetische Sequenzen.
Rezensentin Eva-Lena Lörzer staunt über das gelungene Debüt von Mischa Mangel. Der Roman über eine Mutter mit Psychose und die Folgen für das Kind, erzählt anhand unterschiedlicher Stimmen, überzeugt sie, weil es dem Autor gelingt, das schwierige Tabuthema erzählerisch in den Griff zu bekommen mittels authentisch wirkender Gerichts- und Jugendamtakten einerseits und Märchenelementen andererseits. Inwieweit die Geschichte der Realität entstammt, ist für Lörzer dabei unwichtig. Wichtig erscheint ihr indes, dass der Text nicht dämonisiert und der Komplexität des Themas gerecht wird. Viele Fragen bleiben, aber das ist kein Mangel, gibt die Rezensentin zu verstehen.
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