Nach seinem ersten Gedichtband "Makellos" legt Tom Bresemann seinen neuen Band vor: "Berliner Fenster". Die direkte Bezugnahme auf den Infoscreen der Berliner U-Bahn, der diesen Namen trägt, erschließt sich schnell: eine Abfolge von kurzen Informationen zu Sport und Lokalereignissen sowie Eventhinweise und Werbespots -alles Referenzen, die auch Material der Gedichte sind, von den Kellern Neuköllns bis zur Straße des 17. Juni im Ausnahmezustand. Aber sie sind mehr als bloße Hauptstadtgedichte. Berlin selbst ist im Berliner Fenster vor allem Symptom der Wirklichkeit und ihrer Bilder.
Eine Herausforderung sieht Kristoffer Cornils in Tom Bresemanns provokativer "Guerillalyrik", die den Leser ohne erhobenen Zeigefinger und sehr gnadenlos mit seinem widersprüchlichen Weltbild auf verwirrende, aber auch identifikatorische Weise kontrontiere. Der Rezensent windet sich dabei auf sehr genüssliche Weise, denn die Lektüre dieses Bandes macht ihm "einfach Spaß", da dieser "jede Menge Humor und Absurdes" berge. Dass sich die Wirkung von Bresemanns Spiegelmethode im Laufe etwas abnutze, kann Cornils indessen zwar nicht verhehlen, schlussendlich wäre diese "poetische Street Art" aber ohnehin besser an den Häuserfassaden der großen Einkaufsstraßen aufgehoben, wie der Rezensent abschließend mit Wonne imaginiert.
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