Aus dem Englischen von Michael Schiffmann. In mancher Hinsicht ist Afrika der wohl reichste Kontinent der Welt: Ein Drittel der weltweiten Rohstoffvorkommen liegt hier unter der Erdoberfläche. Für die Mehrheit der Bevölkerung bedeutet dieser Reichtum allerdings weit mehr Fluch als Segen. Ein kriminelles Netzwerk aus zwielichtigen Händlern, internationalen Großkonzernen und kapitalistischen Freibeutern hat sich den Zugang zu den Ressourcen gesichert und greift die Gewinne systematisch ab. Die direkten Folgen sind ausufernde Korruption, Gewalt und Unterdrückung. Auslandsreporter Tom Burgis wirft ein vollkommen neues Licht auf die Schattenseiten unseres globalen Wirtschaftssystems und beschreibt die rücksichtslose Plünderung eines ganzen Kontinents.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2017
Rezensent Andreas Eckert stehen die Haare zu Berge bei der Lektüre des Buches des englischen Journalisten Tom Burgis. Was der Autor von seiner Reise durch die Rohstoffstaaten Afrikas an präzisen Zahlen und Fakten über die multinationale Ausbeutung von Bodenschätzen unter Beteiligung afrikanischer Regierungen mitgebracht hat, fesselt und deprimiert den Rezensenten zugleich. Dass Burgis Namen nennt, Businessmodelle und Zusammenhänge erläutert und Schuldige wie die Weltbank oder Staaten wie China benennt, hält Eckert für richtig, auch wenn der Autor selbst keine Lösungen parat hat, umso mehr, als Burgis stets sachlich bleibt, wie der Rezensent erklärt.
Rezensentin Christiane Grefe hat das neue Buch des Financial Times-Reporters Tom Burgis mit großem Interesse gelesen: In sorgfältiger Recherche erzählt ihr Burgis von den Massakern in Nigeria, untersucht "ethische Rivalitäten", analysiert mit großer Präzision die Wirtschaft, die am einseitigen Export von Rohstoffen festhält und beschreibt die Instrumentalisierung von religiösen und ethnischen Spannungen. Dass Burgis nicht nur die afrikanischen Machthaber anklagt, sondern anhand von Fallstudien zeigt, durch welche Korruptionspraktiken und Patronage-Manövern die "komplexen" Netwerke funktionieren, rechnet die Kritikerin hoch an. Nicht zuletzt lobt sie Burgis' Verzicht auf jegliches "Empörungspathos".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.11.2016
Tom Burgis' Buch ist nicht das erste über die Plünderung Afrikas, doch solch eine fundierte Recherche und scharfsinnige Analyse hat Isabel Pfaff bisher nicht gelesen. Denn als Korrespondent der Financial Times weiß Burgis sehr wohl, dass Rohstoffreichtum meist zu einer Aufwertung der Währung führt und damit der lokalen Wirtschaft schadet. Aber er belässt es bei dieser ökonomischen Erklärung so wenig wie er auch nicht allgemein den Fluch des Reichtums beklagt, beteuert Pfaff: Denn Burgis recherchiert. Von Nigeria über den Kongo bis zu Angola deckt er auf, wie internationale Konzerne und afrikanische Potentaten die Erträge aus dem Rohstoffhandel unter sich aufteilen, wie sie Staaten und Bevölkerung um ihren Anteil bringen und in die eigene Tasche wirtschaften. Und er benennt klar die Verantwortlichen. Pfaff räumt ein, dass diese dezidierte Recherche keine leichte Lektüre sei, aber dadurch entfalte seine Investigation erst ihren Wert.
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