Tom Hodgkinson weiß, warum selbstvergessene Angler die größten Karpfen fangen. Er weiß, wie sich die Bürotoilette umfunktionieren lässt, um einen kurzen Mittagsschlaf zu ermöglichen. Und er weiß, dass Rene Descartes sein cogito ergo sum nicht am Schreibtisch, sondern im Bett erdacht hat. Hodgkinson ist nämlich Chefredakteur der Zeitschrift "The Idler" und damit Experte für alles, was mit dem Schlaraffenleben zu tun hat. Anweisung zum Müßiggang ist gleichzeitig eine liebevoll recherchierte Kulturgeschichte und eine praktische Anleitung zum Müßiggang. Und natürlich ist ein Buch, das zur Faulheit aufruft, unweigerlich politisch: Eine Gesellschaftskritik, die, obgleich amüsant und ironisch überspitzt, durchaus ernstgenommen werden will.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.06.2005
Auch wenn es Tom Hodgkinson sich kurzfristig mit dem Rezensenten verscherzt, in dem er Frühaufsteher zu Halunken erklärt, beweist Halunke Ernst Horst Sportsgeist und stellt ein insgesamt recht positives Zeugnis aus. Hodgkinsons "Anleitung zum Müßiggang" sei von seiner Grundidee her zwar recht simpel, aber durchaus "amüsant" zu lesen, heißt es in der Rezension. Aus seinen eigenen Vorlieben und Erfahrungen leite der Autor, der nach Informationen des Rezensenten übrigens auch Herausgeber der Zeitschrift "The Idler" ("Der Müßiggänger") ist, allgemeine menschliche Bedürfnisse nach Ruhe und Entspannung ab und empfehle, das Ausmaß der Arbeit auf ein Minimum zu beschränken. Wenig geglückt sei mitunter die Übersetzung der eingestreuten Verse von Klassikern wie Blake, Keats, Burns oder Byron, ansonsten aber bescheinigt Ernst Horst dem Buch eine "umfassende Kenntnis ... der angelsächsischen Geschichte und Literatur", sowie ein souveränes Wissen um die Einstellungen "unserer Altvorderen" zum Thema Faulheit.
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