Rainer Barbey (Hg.)

Recht auf Arbeitslosigkeit?

Ein Lesebuch über Leistung, Faulheit und die Zukunft der Arbeit
Cover: Recht auf Arbeitslosigkeit?
Klartext Verlag, Essen 2012
ISBN 9783837504279
Einband unbekannt, 150 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Ein Leben ohne Arbeit ist ein uralter Menschheitstraum. Seit dem Einsetzen von Automation und Mechanisierung im Zuge der Industriellen Revolution scheint er in immer greifbarere Nähe zu rücken. Aber kann aus dem technischen Fortschritt allein ein Recht auf Faulheit abgeleitet werden? Ist die Utopie einer der Arbeit ledigen Gesellschaft überhaupt wünschenswert? Gründet die Emanzipation des Menschen von den Zwängen der Natur etwa nicht auf Tätigkeit und Erwerb? Basieren Wohlstand und Kultur der westlichen Zivilisation nicht gerade auf (möglichst niedrig bezahlter) Arbeit? Und: was ist das eigentlich - Arbeit? Diese Fragen beschäftigen Denker der unterschiedlichsten Disziplinen seit über 200 Jahren. Einige ihrer Antworten versammelt dieses Buch in einer möglichst repräsentativen Auswahl. Mit Texten von: Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Charles Fourier, Friedrich List, Thomas Carlyle, Moses Hess, Johann Gustav Droysen, Michail Bakunin, Heinrich von Treitschke, Paul Lafargue, Friedrich Nietzsche, Oscar Wilde, Karl Marx, Lew Tolstoi, Wladimir Iljitsch Lenin, Max Scheler, Henry Ford, John Maynard Keynes, Ernst Jünger, Bertrand Russel, Antonio Gramsci, Theodor W. Adorno, Hannah Arendt, Ernst Bloch, Herbert Marcuse, Helmut Schelsky, Günther Anders, Ralf Dahrendorf, André Gorz, Jürgen Habermas, Jeremy Rifkin, Ulrich Beck, Jacques Derrida, Wolfgang Engler, Raul Zelik, Elmar Altvater.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.01.2013

Beim besten Willen nicht verstehen kann Stephan Grigat, warum sich die politischen Lager über alle ideologischen Gräben hinweg so sehr am Fetisch Arbeit festkrallen. Trost findet er in dieser Textzusammenstellung, die zahlreiche, namhafte Autoren - und keineswegs nur linke, wie Grigat anmerkt - mit kritischen Anmerkungen zur Arbeit und deren Fetischisierung versammelt. Dass sich darin auch Marx mit einem Text findet, der sich ohne weiteres gegen den "Ostblocksozialismus" in Stellung bringen lasse, freut den Rezensenten dabei ganz besonders. Doch trübt sich ihm Stimmung, da viele heikle Autoren, die sich in ihrem übrigen Werk deutlich antisemitisch äußern, hier gänzlich unkommentiert zu Wort kommen. Fernerhin vermisst Grigat in dieser rein historischen Textsammlung den Aufgriff aktueller Debatten.
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