Aus dem Polnischen von Agnieszka Grzybkowska. Kurz nur hat Romek Stratos seine Spielzeugarmee im Stich gelassen, um ein paar Runden mit einem Tretauto zu fahren. Aber dieser kurze Augenblick hat den Einbrechern genügt, um alles auszuräumen, was der Familie Stratos gehörte. Romek will seine Schuld am Ruin seiner Familie wieder gut machen, und so beginnt eine abenteuerliche Reise voll Phantastik und Ernüchterung durch das kommunistische Polen: Noch oft wird Romek alles verlieren, aber ebenso oft wird er sein Glück machen und der profanen Wirklichkeit eins auswischen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.09.2006
Für Samuel Moser hat der Roman von Tomek Tryzna über die verwickelten Erlebnisse des elfjährigen Romek Stratos, der mit seiner Mutter nach Warschau reist, um dort ein Modehaus zu erschaffen, den melancholischen Charme eines alten Chaplinfilms. Die im kommunistischen Polen spielenden Erlebnisse seien viel zu abenteuerlich und skurril zum Nacherzählen, damit zerstöre man nur ihre märchenhafte Poesie, findet der Rezensent, der aber dann doch so einiges aus dem Inhalt ausplaudert. Allzu pingelig darf man, was Sprache und Form des Romans angeht, nicht sein, räumt Moser ein. Manche Wendungen der Geschichte seien ziemlich absehbar und auch die Figur des kleinen Romek wirkt nach Ansicht des Rezensenten allzu papieren und konstruiert. Was Moser an dem Buch dennoch anzieht, ist der Versuch über einen "dritten Weg" zwischen Kapitalismus und Planwirtschaft, nach dem der jugendliche Held strebt. Aus alle dem entstehe ein "romantischer Ritterroman", wie es ihn heute eigentlich gar nicht mehr gibt, schließt der Rezensent offenbar ein bisschen gerührt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.03.2006
Als "gelungenes Lehrstück über das Erwachsenwerden" würdigt Andrea Neuhaus dieses Romanporträt eines polnischen Jungen von Tomek Tryzna. Geradezu ins Schwärmen gerät sie über den "zart schwebendem Ton", in dem Tryzna von zerplatzenden Träumen erzählt, vom Verlust der Unschuld und vom Bösen, "das wie ein stetiger Fluss in die einst verzauberte Kinderwelt einsickert." Dabei will sie die Schwächen des Buchs keineswegs verschweigen. Nach einem rasanten Beginn scheint ihr der Roman auf der Stelle zu treten und sich in Abschweifungen zu verlieren. Die Details, kritisiert Neuhaus in diesem Zusammenhang, weisen für sich genommen zwar durchaus klare Konturen auf, sorgen aber bei massenhaftem Auftreten eher für die Verwässerung der Geschichte. Doch dieser Kritikpunkt macht den positiven Eindruck, das dieses "präzise gezeichnete Psychogramm" bei ihr hinterlassen hat, keineswegs zunichte.
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