Aus dem Polnischen von Simone Falk. Mirek ist ein junger Geophysiker, den es am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts beruflich nach Syrien verschlägt. Doch sein Job ist öde. Fasziniert von der Umgebung, sammelt er sein Geld zusammen und kündigt die Gassuche in der Wüste auf. Von nun an lebt er in Billighotels in Aleppo, Damaskus und dem jordanischen Akaba. Irgendwann stößt er darauf, dass sein polnischer Name auf Arabisch gelesen (also von rechts nach links) Kerim lautet - der Barmherzige.
Aber war es nicht Jan, der auf Reisen ging und Mirek und Kerim zu Figuren
seines Romans machte?
"Der Geschichtenhändler" ist in Form einer Ich-Erzählung verfasst. Doch was heißt das schon, wenn der sagenumwobene Kalif Harun al-Raschid ein Hotelboy ist, und es eine Verlobte nur gibt, damit man etwas zu erzählen hat? Vielleicht ist ja auch die Wahrheit nur eine Geschichte von vielen ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.2018
Der polnische Autor Stanislaw Strasburger studierte Philosophie, Kunstgeschichte, Psychologie und Orientalistik, arbeitet als Journalist, Pädagoge und Kulturmanager, veröffentlichte unter anderem unter den Namen Jan Subart oder Jonasz Ryba und setzt sich für den interkulturellen Dialog zwischen Ost und West ein, zählt Rezensentin Marta Kijowska auf. Entsprechend hoch sind ihre Erwartungen an diesen in Polen bereits 2009 erschienenen Roman, der sie an der Seite des polnischen Geophysikers Mirek nach Syrien vor dem Krieg führt. Wenn ihr Strasburger dann allerdings mit zahlreichen literarischen Anspielungen und zwischen den Stilen und Perspektiven switchend erzählt, wie sie sein ständig den Namen wechselnder Protagonist Alltag, Freundschaft und Liebe in Aleppo, Damaskus und Akaba erlebt, dabei surreale und orientalische Sequenzen einflicht und auch seine stupende Kenntnis der arabischen Kultur keines verheimlicht, nimmt die Kritikerin zwar viel Wissenswertes und Faszinierendes aus der Lektüre mit - bleibt aber auch ziemlich "verwirrt" und erschöpft zurück.
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