"Rien va" ist der zweite Band der Tagebücher Landolfis nach "La Biere du pecheur". Die Niederschrift dieses über zwei Jahre geführten Tagebuchs scheint ausgelöst durch den Schock, den die Geburt seiner Tochter in dem fast Fünfzigjährigen auslöste. Der kleine Körper der Neugeborenen erinnert ihn an den schrecklichen kleinen Körper seiner gerade verstorbenen Tante. Vor beiden verspürte er Angst. Leben und Tod werden, wie im sprachspielerischen (grammatikalisch bewußt falsch gewählten) Titel, miteinander verschränkt. Mit "Rien va" wird die siebenbändige deutsche Werkausgabe Tommaso Landolfis abgeschlossen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999
Die Lethargie, die "graue Maske" des Buches bildet in den Augen von Karin Westerwelle gleichzeitig die Grundlage für Landolfis ästhetische Reflexionen, die keineswegs nur die eigene Person des Autors betreffen, sondern ihn zu einer kritischen "Instanz eines Beobachters" machen. Landolfi schreibe über Langeweile, Unlust und Überdruss, von der eigenen Person und dem realen Leben, von dem die Literatur seltsam abgekoppelt erscheine. Die Faszination liegt für die Rezensentin darin, dass der Autor aus diesem Phlegma immer wieder Gedanken hohen geistigen Niveaus entwickle, und so stellt sie ihn auf einen Sockel mit Michel Leiris. Die Übersetzung lässt in ihren Augen jedoch bisweilen an Präzision zu wünschen übrig, wenngleich sie flüssig geschrieben sei.
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