Ugo Riccarelli

Der Zauberer

Roman
Cover: Der Zauberer
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2009
ISBN 9783552054776
Gebunden, 206 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Karin Krieger. Abenteurer, Aufschneider, Geschichtenerzähler, Taschenspieler - das alles ist der Protagonist des neuen Romans von Ugo Riccarelli. Die Geschichte nimmt ihren Ausgang in einem gottverlassenen Dorf am Fuß der Alpen, führt in die Wüsten in Afrika, wo der Vater als junger Soldat dem Zauber einer Berberfrau verfällt, und endet wieder in Italien. Die Existenz eines jeden ist aber untrennbar mit dem Leben der anderen verbunden, derer, die vorher da waren, und jener, die danach kommen werden, und so erzählt der Autor nicht nur die Geschichte dieses charmanten Schwindlers, sondern auch vom Urgroßvater, der zur See fuhr, von der Großmutter, die blutjung heiratete und blutjung Witwe wurde, von einem Onkel, der ein Windbeutel war, und vom anderen, der sich erfolglos an Erfindungen versuchte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2009

Der 1954 geborene Ugo Riccarelli wird vom Rezensenten Jochen Hieber als ein Autor vorgestellt, den ein größeres Publikum hierzulande erst noch entdecken muss. Ob der vorliegende Band allerdings als guter Einstieg taugt, scheint angesichts von Hiebers Kritik doch ein wenig die Frage. Recht ausführlich nämlich stellt Hieber bisher schon veröffentlichte Romane vor, neben denen "Der Zauberer" doch als "Nebenwerk" erscheinen müsse. Riccarelli entwirft hier das Panorama einer Familie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Aber nicht strikt realistisch, sondern zum Fabulieren und durchaus zum Märchenhaften geneigt. Der Erzähler, ein Alter Ego von Riccarelli, berichtet von sich und mehr noch von seinem Vater und dessen Heldentaten. Spätestens am Ende jedoch gerät, bedauert Hieber, das Verhältnis von Realem und Fabuliertem etwas aus der Balance.
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