Aus dem Italienischen von Annette Kopetzki. Ein Mann sitzt seine lebenslängliche Strafe in der Einzelhaft ab - er hat die Tochter des "Kaffeekönigs" entführt, später dann seinen Wärter umgebracht. Er klagt nicht an, sondern beschreibt, wie das Gefängnis Tag für Tag mehr zum eigenen Körper wird: "Mir sind Nerven für das ganze Gefängnis gewachsen. Wenn einer durch den Gang unterm Hof geht, ist es, als ginge er über meinen linken Arm." Maurizio Torchio macht mit sparsamsten Worten die Leere der Haft physisch erfahrbar.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.06.2017
So beklemmend Rezensent Volker Breidecker den von Maurizio Torchio festgehaltenen Monolog eines Gefangenen findet, so fasziniert ist er von dem Raum, den der Erzähler durchschreitet. Literatur kommt darin ebenso vor wie die penible Erkundung der eigenen Kreatur und Erinnerungen. Ein Zwiegespräch mit sich selbst, das den Rezensenten an Prousts Recherche erinnert, die Sprache Becketts und die Bedingungen unter denen Kafkas Helden leiden. Geradezu körperlich die Diktion, meint Breidecker. Ein dichter, genauer, nüchterner Roman, in dem kein Wort zu viel ist, findet er, höchste Kunst, "makellos" übertragen von Annette Kopetzki.
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