Dieses Buch mehr als ein Krimi. Es ist auch ein Sittenbild der 1970er Jahre und zeigt ein Milieu, das heute in dieser Form kaum noch existiert. Die Kneipe "Der goldene Handschuh" ist nicht nur titelgebend, es ist auch der Ort im Buch, wo sich die verschiedenen Gesellschaftsschichten begegnen. Ully Arndt hat die Buchvorlage umgesetzt und dabei viele zeitgenössische Dinge aus der Alltagskultur einfließen lassen. Und er setzt Hamburg fantastisch düster und ungemütlich in Szene, so dass die Stadt selbst zu einer Akteurin der Geschichte wird.
Rezensentin Imke Staats ist zunächst skeptisch: Kann Ully Arndt, bekannt eher für leichte Comic-Kost, Heinz Strunks "Der goldene Handschuh" in einen Comic verwandeln? Er kann, so scheint es. Zumindest beschreibt der Kritiker, ein klares Urteil vermeidend, den ersten Band der Unternehmung recht zugetan. Arndt verwendet Textauszüge des Originals, klebt sie aber nicht an der Vorlage, sondern erweitert sie um eigene Handlungsstränge, außerdem liefert er historischen Kontext, erfahren wir. Man lernt einiges über das Hamburg der 1970er und die tristen Kneipengänger auf St. Pauli, die Bluttaten des Frauenmörders Fiete werden teils nur via Zeitungsberichten angedeutet. Geschickte Übergänge zeichnen den Band aus, der mit expressionistischer Lebendigkeit und einem Auge für sprechende historische Details gezeichnet ist, auch die "Farbwelt verblasster Agfa-Color-Fotos" wird zwischendrin aufgerufen, informiert der Kritiker.
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