Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.08.2002
Werner Bührer lobt das Buch als wichtigen Beitrag für eine vergleichende Analyse des Jugendprotests in den beiden deutschen Staaten. Viel Material habe der Herausgeber Ulrich Herrmann für den Sammelband zusammengetragen. Für Bührer ist das Ergebnis "eine Mischung aus wissenschaftlichen Studien und Zeitzeugenberichten". Mit der Hauptthese Herrmanns, die Gesellschaft der DDR und der BRD hätten sich schon in den frühen fünfziger Jahren voneinander getrennt, kann sich der Rezensent aber nicht anfreunden. Bührer vermisst die Untersuchung von gemeinsamen Themen und parallelen Entwicklungen der Jugendproteste in beiden Ländern; etwa die Debatte über die Wiederbewaffnung des Westens, die sowohl in der DDR als auch in der BRD heftig geführt wurde, oder das Jahr 1968, das auch an den Jugendlichen im Sozialismus nicht spurlos vorübergegangen sei.
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