Rolf Schörken

Die Niederlage als Generationserfahrung

Jugendliche nach dem Zusammenbruch der NS-Herrschaft
Cover: Die Niederlage als Generationserfahrung
Juventa Verlag, Weinheim 2004
ISBN 9783779911340
Kartoniert, 190 Seiten, 24,50 EUR

Klappentext

Es kommt in der Geschichte nicht oft vor, dass die Jugendentwicklung einer ganzen Generation von einer historischen Katastrophe förmlich durchschnitten wird. Gegenstand dieses Buches ist eine solche Generation, die das Kriegsende des Zweiten Weltkriegs mitten in ihrer Pubertät und Adoleszenz erlebte. Es geht um die Geburtsjahrgänge, die ihre Kindheit im Dritten Reich, mit dem erwachenden Bewusstsein der Heranwachsenden den Niedergang und den Kollaps der NS-Herrschaft erlebten und in den Wirbel der Eroberung des eigenen Landes psychisch und physisch hineingerissen wurden. Von besonderem Interesse sind die frühen Versuche dieser jungen Leute zu verstehen, was da eigentlich mit ihnen geschehen war, und wie sie damit zurecht kamen. Im Mittelpunkt stehen Mentalitätsprozesse von Jugendlichen. Dabei wird besonders auf die frühen Formen politischen Verstehens unter den eingeschränkten Bedingungen der Besatzungsjahre und auf das Erwachen zu neuer Existenz eingegangen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2005

Ein dickes Kompliment bekommt Rolf Schörkens Publikation über die Erfahrungen jugendlicher Soldaten und Flakhelfer im und kurz nach dem zweiten Weltkrieg von Rezensent Günther Gillessen. Diesem gefallen speziell die in die fundiert wissenschaftliche Darstellung der Realhistorie eingewobenen Berichte zahlreicher Beteiligter, da sie eine überaus lebhafte und anschauliche Lektüre ermöglichten. Nicht zuletzt auch aus eigener Erfahrung wisse Rolf Schörken, selbst Flakhelfer des Jahrgangs 1928, Vorurteilen über die angebliche Kriegsbegeisterung deutscher Jungsoldaten das Wasser abzugraben: "Sie waren eben durchweg nicht fanatisierte Hitlerjungen", lernt Gillessen aus Schörkens Studie, sondern bereits vor der "Niederlage" desillusioniert. Dementsprechend pointiert findet der Rezensent auch Schörkens einprägsame Kennzeichnung der Flakhelfer der Jahrgänge 1926/28 als "erste Nachkriegsgeneration noch vor Ende des Krieges".

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