Das Verhältnis christlicher Missionare und Missionsgesellschaften gegenüber den politischen Machthabern und Bewegungen im 19. und 20. Jahrhundert steht im Mittelpunkt des Sammelbandes. Die Beiträge analysieren sowohl die wechselseitigen Beziehungen der Leitungen von Missionsgesellschaften zu den jeweiligen Regierungen in Europa als auch das Verhältnis ihrer Missionare auf den Arbeitsfeldern in Asien und Afrika zu den lokal bzw. regional maßgeblichen politischen Kräften (Kolonialmächte eigener oder fremder Nationalität, souveräne Staaten, lokale politische Systeme und Unabhängigkeitsbewegungen) in den einzelnen Facetten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.04.2006
Ein "Mosaik der westlichen Mission in Afrika und Asien in der Moderne" findet Rezensent Wolfgang G. Schwanitz in diesem umfangreichen von Ulrich van der Heyden und Holger Stoecker herausgegebenen Band, der Beiträge von 46 Autoren zum Thema Macht und Mission versammelt. Die Beiträge beleuchten nach Auskunft von Schwanitz nicht nur die politischen Orientierungen von Missionaren, ihre Haltung zur kolonialen Unterwerfung und zu den einheimischen Bewegungen sowie die Wechselbeziehung zwischen Missionaren und Missionierten, sondern auch die Phase nach dem Ersten Weltkrieg. Er hebt den Beitrag von Werner Ustorf hervor, der mit "Occidentose" den Neologismus des Iraners Ahmad Djalal Ali aufgreift. Gemeint sei die westliche Plage, die alle Welt von innen her angreife, vor allem durch die christliche Mission. Herausragend findet Schwanitz den Beitrag Karla Poewes, die Ustorfs These widerspricht, der anti-liberale Stand vieler Missionen und deren rassistischer Hang habe eine Brücke zum Nazismus geschlagen.
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