Die Beiträge des Bandes beleuchten die Rolle des Aufklärungszeitalters in der Geschichte der kulturellen Beziehungen zwischen Europa und der kolonialen Welt. Drei Gesichtspunkte stehen hierbei im Vordergrund: die Problematik des Wissenstransfers, die interkulturellen Beziehungen zwischen Europa und der außereuropäischen kolonialen Welt und die "Wortergreifung" außereuropäischer Historiker, Journalisten und Literaten.
Beeindruckt ist Ulrich Baron von diesem Band über die Beziehung von Aufklärung und Kolonialismus, den Jürgen Lüsebrink herausgegeben hat. Er attestiert dem Werk eine enorme Bedeutung, verdeutlicht es doch am Beispiel des Kolonialismus in der europäischen Aufklärung die "Kehrseite der modernen Vernunft". Dabei macht Baron darauf aufmerksam, dass der Widerspruch zwischen Kolonialismus, der ja Eroberung, Gewalt, Unterwerfung bedeutete, und Aufklärung, die Freiheit, Emanzipation, Erkenntnis wollte, nur besteht, so lange man das Projekt und den Prozess der Aufklärung gleichsetzt. Besonders überzeugend findet er Ute Fendlers und Susanne Greilichs Beitrag über Afrika in deutschen und französischen Enzyklopädien. Außerdem hebt er Ingmar Probsts Untersuchung des kaufmännischen Nachrichtenwesens im Blick auf den Wissenstransfer zwischen dem kanadischen Westen und Großbritannien sowie Jürgen Osterhammels Beitrag über den Kulturtransfer zwischen Japan und Europa im 18. Jahrhundert hervor.
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