In einer Kurzbesprechung weist Dorion Weickmann auf die Verdienste dieses Bandes hin: Erinnerung, so lege die Autorin dar, sei nicht objektiv. Es komme bei Interviews mit Zeitzeugen darauf an, "ausgefeilte Methoden" zu entwickeln, um die "unterschwelligen Botschaften" zu entschlüsseln, die sich in den Berichten der Zeugen finden. Anders als es Steven Spielberg mit seinem großen Interviewprojekt zum Holocaust nahelege, zeige Jureit, dass Zeugenaussagen "keinen unmittelbaren Zugang zur sozialen Wirklichkeit" verschafften. Weickmann beklagt, dass die "oral history" solche Reflexionen zu Befragungstechniken bisher zu wenig beachtet.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…