Ulrike Meyer-Timpe (Hg.)

Träume recht süß von mir

Eine deutsche Freundschaft in Briefen 1940-1943
Cover: Träume recht süß von mir
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN 9783821855950
Gebunden, 350 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Die Briefe von drei jungen Deutschen, die inmitten des Krieges aus ihrem Alltag erzählen.Sie sind verliebt, doch ihre gemeinsame Zukunft bleibt ein Versprechen: Willy und Wanda,18 und 16 Jahre alt, lernen sich im Sommer 1940 kennen. Kurz darauf wird Willy Soldat und an die Ostfront geschickt. Wanda geht weiter zur Schule, und ihre beste Freundin Hanna muss zum Pflichtjahr aufs Land. Das junge Paar einerseits und die beiden Freundinnen andererseits beginnen rege Briefwechsel. 1942, am Heiligabend, stirbt Willy an der Front ...Jahrzehnte später finden Hanna und Wanda diese Briefe wieder. Es sind unverstellte Zeugnisse vom Leben, Denken und Fühlen Jugendlicher während des Krieges. Unbekümmert erzählen sich die Mädchen von ihrem Alltag und ihren Träumen. Willy hingegen wird als Soldat in Russland sehr schnell erwachsen, und die Korrespondenz mit Wanda ist sein ganzer Halt. Trotz Lebensmittelknappheit, Fliegeralarm und Arbeitsdienst, trotz Todesangst und Entbehrungen beschäftigt die Drei besonders eins: die erste Liebe.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.03.2005

Dorotha Heintze gesteht, dass sie vollkommen gefesselt war von diesem Band, von "seitenlangen, banalen Informationen". Kaum konnte sie die Tränen zurückhalten. Warum? Weil "Eine deutsche Freundschaft in Briefen 1940-1943", herausgegeben von Ulrike Meyer-Timpe, ihr gezeigt hat, wie das damals war, unterm Hakenkreuz, das normale Durchschnittsleben. Da verliebte man sich, da ging man ins Kino, und manchmal, an faden Abenden, lag man im Bett und las preußische Legenden. Man simste nicht, sondern schrieb sich das alles per Brief. Diese Briefe wurden 1990 in einem Koffer auf dem Dachboden entdeckt, und nun zeichnen sie das Schicksal zweier Mädchen nach und des jungen Willy, der an der Front fallen wird. "Erschreckend naiv", das alles, "und doch so berührend." Authentisch sind die Briefe, so die Rezensentin, sie erklären die NS-Zeit "mit dem Herzen", und "um Entschuldigung" oder "Relativierung der Opfer" geht es auch nicht. Als "sensibel" werden die Einlassungen der Herausgeberin gewertet.
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