Aus dem Spanischen von Thomas Brovot. Mit einem Vorwort von Michi Strausfeld. In 23 Briefen erzählt die kolumbianische Künstlerin Emma Reyes von ihrer Kindheit in äußerster Armut: von den ersten Lebensjahren in einem fensterlosen Verschlag in Bogotá, der Mutter, die sie und ihre Schwester im Stich lässt, und dem Kloster, in dem das Leben nur aus Beten und Arbeiten besteht. Trotz des harten Schicksals ist in Emmas Briefen keinerlei Wehklagen zu finden, sie schillern vor poetischer Kraft. Gabriel García Márquez war begeistert von diesem außergewöhnlichen literarischen Werk, das in Kolumbien längst zum Klassiker geworden ist.
Rezensentin Eva-Christina Meier berührt die Lebensgeschichte der kolumbianischen Malerin Emma Reyes sehr. Die entbehrungsreiche Kindheit in Bogota, von der Reyes berichtet, ihre Flucht aus einem Kloster nach Argentinien und der Aufstieg zur Salondame, die Diego Rivera zu ihren Freunden zählt, das alles erscheint Meier höchst bemerkenswert. Begleitet von "ausdrucksstarken" Zeichnungen bieten die Briefe für Meier detaillierte Erinnerungen, die weitgehend ohne den Zusatz nachträglichen Wissens auszukommen versuchen. Die von Doppelmoral, Oligarchentum und der katholischen Kirche geprägte damalige Klassengesellschaft Kolumbiens wird in ihnen für Meier sichtbar.
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