Herausgegeben von Judith Goetz, Joseph Maria Sedlacek, und Alexander Winkler. Die rechtsextremen 'Identitären' gehören zu den wichtigsten Akteur*innen des außerparlamentarischen Rechtsextremismus in Österreich. Ihr "Erfolgsrezept" liegt einerseits darin begründet, sich nach außen hin vom Nationalsozialismus abzugrenzen und so behördlicher Repression nach dem "Verbotsgesetz" aus dem Weg zu gehen und andererseits gesellschaftlich anschlussfähige Konzepte eines modernisierten völkischen Nationalismus zu propagieren. Dabei bedienen sie sich eines Straßenaktivismus, der geschickt mit Social-Media-Tools inszeniert und verbreitet wird.
Bisherige Auseinandersetzungen mit diesem relativ jungen Phänomen übernahmen nicht selten unkritisch Selbstbezeichnungen der 'Identitären' als "weder links noch rechts" oder "Neue Rechte" und ließen dahinter stehende ideologische Denkmuster meist zu kurz kommen.
Rezensent Volkan Ağar gewinnt dem Sammelband "Untergangster des Abendlandes" erhellende Hintergründe zu neurechtem Gedankengut sowie der rechtsextremen identitären Bewegung Österreichs ab: Nicht nur die Ursprünge der identitären Symbolik, sondern auch ihres Weltverständnisses fand er hier eingängig erklärt. Darüber hinaus erscheint es ihm lobenswert, dass auch die journalistische Berichterstattung über die neue Rechte kritisch hinterfragt wird. Besonders hebt er aber hervor, dass der Band das Ressentiment als das einzige Mittel entlarvt, das der Vereinzelung der Menschen in einer "bürgerlich-kapitalistischen, warenförmigen Konkurrenzgesellschaft" entgegengesetzt wird - was auch den Zulauf erkläre, den neurechte Bewegungen derzeit allerorten erfahren. Angesichts der Rechtsdrift in den europäischen Parlamenten seien solche Hintergrundinformationen überaus wertvoll, fasst Ağar zusammen.
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