Julia Ebner

Radikalisierungsmaschinen

Wie Extremisten die neuen Technologien nutzen und uns manipulieren

Klappentext

Aus dem Englischen von  Kirsten Riesselmann. Julia Ebner verfolgt hauptberuflich Extremisten. Undercover mischt sie sich unter Hacker, Terroristen, Trolle, Fundamentalisten und Verschwörer, sie kennt die Szenen von innen, von der Alt-Right-Bewegung bis zum Islamischen Staat, online wie offline. Ihr Buch macht Radikalisierung fassbar, es ist Erfahrungsbericht, Analyse, unmissverständlicher Weckruf. Als Extremismusforscherin stellen sich ihr folgende Fragen: Wie rekrutieren, wie mobilisieren Extremisten ihre Anhänger? Was ist ihre Vision der Zukunft? Mit welchen Mitteln wollen sie diese Vision erreichen? Um Antworten zu finden, schleust sich Julia Ebner ein in zwölf radikale Gruppierungen quer durch das ideologische Spektrum. Sozusagen von der anderen Seite beobachtet sie Planungen terroristischer Anschläge, Desinformationskampagnen, Einschüchterungsaktionen, Wahlmanipulationen. Sie erkennt, Radikalisierung folgt einem klaren Skript: Rekrutierung, Sozialisierung, Kommunikation, Mobilisierung, Angriff.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2019

Rezensentin Nora Sefa schätzt das Buch der Extremismusforscherin Julia Ebner vor allem für den Einblick in die Mechanismen der Online-Radikalisierung in Chats und Gruppen. Eine erstaunliche Erkenntnis aus Ebners Undercover-Reportage, die sich für die Rezensentin mitunter wie ein Tagebuch liest, spannend und schockierend, ist für Sefa, dass die Radikalisierung immer gleich abläuft. Antifeministinnen, weiße Rassisten, Neonazis, Islamisten, sie alle rekrutieren, sozialisieren, kommunizieren, vernetzen sich, mobilisieren und blasen schließlich zum Angriff, lernt Sefa. Ebners Antwort auf die Frage nach den Gründen für die Zunahme von Radikalisierungen findet Sefa zwar nicht überraschend, genauso wie ihre Vorschläge dagegen, den genauen Ablauf "hinter den Kulissen" schildert sie aber eindrucksvoll und mit bemerkenswertem Mut, findet die Rezensentin.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.10.2019

Oh, da ist Rezensent Martin Eimermacher aber sehr wütend geworden. Das Buch ist, so findet er, "schrecklich unterkomplex", schließlich habe es schon sehr viel aufregendere Texte etwa über Fake-News oder digitale Eingriffe in Wahlkämpfe gegeben. In seiner kurzen Besprechung zeigt er auch, dass er sich über die Perspektive der moralischen Oberhoheit geärgert hat - und eigentlich findet er sogar, dass in diesem Buch der, wie er spöttisch zitiert "Spiegel-Bestseller-Autorin", einfach gar "nichts" drin stehe. Upps…

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.09.2019

Lohnend findet Max Muth die Lektüre von Julia Ebners Erkundung extremistischer Online-Netzwerke. Den Anspruch der Forscherin, die menschliche Komponente der Extremisten in Chats herauszuarbeiten, sieht Muth im Buch zwar nicht zur Gänze erfüllt, doch Ebners Abstieg in obskure Foren und Online-Gruppen von amerikanischen Nationalisten und IS-Sympathisanten ruft beim Rezensenten offenbar einen prickelnden Schauer hervor. Das Wissen darum, wie geschickt Extremisten Verschlüsselungstechnologien nutzen, gehört für Muth zu den Erkenntnissen der Lektüre.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 30.09.2019

Marcus Pindur erfährt bei der Sozialwissenschaftlerin Julia Ebner auf sehr anschauliche Weise, wie extremistische Gruppen im Netz agieren, wie sie Mitglieder werben und ihre Ideologie verbreiten. Dass sich die Autorin für ihre Beobachtungen in dschihadistische, frauenfeindliche und nationalistische Foren und Gruppen eingeklinkt hat, hält Pindur für mutig. Herausgekommen ist laut Rezensent ein Einblick in das Funktionieren extremistischer Kampagnen und Feldzüge. Dass sich die Vorgehensweisen der unterschiedlichen Gruppen ähneln, gehört für Pindur ebenfalls zu den Erkenntnissen der Lektüre.