Über Täve Schur sind hunderte von Artikel geschrieben worden und ganze Bücher. Nun erzählt er sein Leben selbst. Gustav-Adolf "Täve" Schur erzählt in seiner Autobiografie von seiner Kindheit während des Krieges, von seinem Elternhaus, von der Lust aufs Radfahren und seinen Trainingsfahrten gegen den Linienbus, von den ersten, oft improvisierten Rennen Anfang der fünfziger Jahre, über Weltmeisterschaften und die große Zeit der Friedensfahrt und warum er bis heute einer entgangenen Profi-Karriere keine Träne nachweint. Er spricht über das Land, in dem er zum erfolgreichen Sportler wurde, darüber, wie dort gelebt und wie dort Sport betrieben wurde, was für ihn und seine Familie die Wendezeiten brachten und warum er sich heute mehr denn je für den Breiten- und Schulsport engagiert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.07.2001
Die Welt vom Rennrad aus gesehen - Heribert Hoven macht sich da keine großen Illusionen -, so aus der Fahrt betrachtet, über den Lenker erspäht, da kann nicht viel bei rauskommen. Lebensnähe in den Geschichten über die Neuanfänge des Radsports nach dem Krieg ist denn auch so ziemlich alles, was der Rezensent dem Buch an Qualitäten zugestehen will. Dagegen, wenn Schur mitunter den Kalten Krieg fröhliche Urständ feiern lässt, wenn der Autor sich als Biedermann, "als ehrliche Haut" gibt, aber ständig "Ausweichmanöver" fährt und den "bekannten Rechtfertigungsgestus" kultiviert - dann möchte der Rezensent doch lieber gleich Uwe Johnson lesen. Der nämlich porträtierte den Radrenner Schur in seinem Roman "Das dritte Buch über Achim" als "schimärenhaften Opportunisten, der letztlich sich selbst entfremdet ist."
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 22.03.2001
Die zum siebzigsten Geburtstag des Radsportlers erschienene Autobiografie sorgt bei Christoph Dieckmann einerseits für leise, sympathisierende Erheiterung über die DDR-Nostalgie des Helden und die Darstellung der Bedeutung des Sportes für das internationale Renommee der DDR. Irritiert bis ablehnend steht er jedoch Schurs politischer Gesinnung gegenüber. Im Gegensatz zu seinen ausführlichen Erinnerungen über die Radsportzeiten, scheint er sich an die SED-Zeiten nicht sehr detailliert zu erinnern; dass er Gorbatschow einen Idiot nennt und rüde von "Sowjets" redet, bemerkt Dieckmann lakonisch distanziert.
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