Uwe Pörksen

Camelot in Grunewald

Szenen aus dem intellektuellen Leben der achtziger Jahre
Cover: Camelot in Grunewald
C.H. Beck Verlag, München 2014
ISBN 9783406669583
Gebunden, 236 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Einer der intellektuell aufregendsten Orte der alten Bundesrepublik war das 1981 gegründete Wissenschaftskolleg zu Berlin. Hier trafen deutsche und ausländische Wissenschaftler zu einem bis dahin einzigartigen Projekt zusammen. Uwe Pörksen gehörte zu den Fellows des ersten Jahrgangs. Gestützt auf sein Tagebuch, erzählt er anekdotenreich von der illustren Runde am Berliner Halensee und porträtiert mit milder Ironie ihre Protagonisten, darunter Gershom Scholem, Ivan Illich, Jacob Taubes und Hartmut von Hentig. Eine flirrende Atmosphäre. Die Zeit spielte mit. Westberlin lag damals als Insel, von einer Mauer umgeben, mitten in der DDR. Pörksen holt die Jahre zurück, in denen Wörter wie Elite und Exzellenz, die heute zu Fahnenwörtern geworden sind (und allerdings meistens nur Geld bedeuten), noch für einen Skandal gut waren. Ein Blick in eine andere Welt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.01.2015

Wenn Uwe Pörksen von der Frühzeit des Wissenschaftskollegs in Berlin Anfang der achtziger Jahre berichtet, gerät Hans-Albrecht Koch ins Schwärmen. Es scheint allerdings, als müsste der Leser selbst Teil dieser Ära gewesen sein, um die laut Koch locker erzählten Szenen, Porträts und Bosheiten ganz zu würdigen. Was den Ertrag der Arbeit der Fellows am Institut betrifft, bietet das Buch auch eher wenig, räumt der Rezensent ein. Dass der Austausch dort damals wie heute höchst anregend sei, versichert er aber auch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2014

Sehr böse ist Rezensent Cord Riechelmann auf die Reminiszenzen des Sprachwissenschaftlers Uwe Pörksen an sein Jahr im Wissenschaftskolleg zu Berlin, das zufällig das Gründungsjahr des ehrwürdigen Instituts war, 1981, im tiefsten Westberlin. Riechelmann findet, dass Pörksen eigentlich ein Buch über die Intimfeinde Gerschom Scholem und Jacob Taubes hätte schreiben sollen - erster war Fellow am Institut, Taubes funkte von außen hinein. Aber das hat Pörksen nicht getan und wohl auch nicht vorgehabt, und so muss er sich von Riechelmann "aktive Verschleierung der wirklich wirkenden Kräfte" vorwerfen lassen.

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