Die Untersuchung des Berliner Politologen Steffen Alisch beleuchtet mit der geteilten deutschen Hauptstadt einen besonders brisanten Schauplatz des Kalten Krieges. Die SED versuchte jahrzehntelang auf vielfältige Art und Weise, den "imperialistischen Brückenkopf" West-Berlin zu beseitigen oder zumindest zu neutralisieren. Mit seiner eindrucksvollen Analyse der strategischen und taktischen Aspekte der Berlin-Politik der ostdeutschen Kommunisten schließt der Autor eine bedeutende Forschungslücke. Er analysiert insbedondere die Kontakte und Verhandlungen Ost-Berlins mit West-Berliner Behörden und Parteien. Thematisiert werden u. a. die Passierscheingespräche, die "Inner-Berliner" Ausführungsverhandlungen zum Vier-Mächte-Abkommen, die Vertragspolitik der siebziger und achtziger Jahre sowie die informellen Kontakte zwischen SPD und SED in der letzten Dekade der SED-Diktatur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.08.2005
Überzeugend findet Rezensent Joachim Scholtyseck dieses Buch über die Berlin-Politik der SED während der Jahre 1961 bis 1989, das Steffen Alisch vorgelegt hat. Scholtyseck attestiert dem Autor eine "sorgfältige Auswertung" der SED-Protokolle. Davon ausgehend könne Alisch zeigen, dass die Berlin-Politik für die DDR bis zum Fall der Mauer von zentraler Bedeutung war. Berlin habe der ostdeutschen Diktatur zahlreiche Ansatzpunkte geboten, um die eigene Position zu stärken. Die gesamtstädtisch angelegten Verkehrs- und Wassersysteme hätten sich für dieses Kräftemessen ebenso geeignet wie die Reise- und Besuchsvereinbarungen. Scholtyseck berichtet, dass es für Ost-Berlin aber nicht nur um die Auseinandersetzung mit Bonn ging, sondern auch darum, eine gewisse Autonomie gegenüber der Sowjetunion zu demonstrieren. Er hebt freilich auch hervor, dass alle Versuche der DDR, den Status West-Berlins zu ihren Gunsten zu verändern, von dem Moment an aussichtslos waren, als die Sowjetunion sie fallen ließ.
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