Uwe Tellkamp führt uns auf die Reise in eine namenlose Stadt. Eine Stadt mit Serapionstheater, Nautischer Akademie und Basar, eine Stadt, in der die Häuser empfindliche Wangen haben, die Walfänger im alten Getreidehafen rosten und die Menschen gegen den Uhrzeigersinn träumen. Die "Reise zur blauen Stadt" ist ein Gedicht in vierzig Kapiteln, und alle zusammen ergeben sie das Bild eines magischen Ortes, dessen Bewohner nach dem "wirklichen Blau" suchen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.09.2009
Durchaus zwiegespalten zeigt sich der Rezensent Harald Hartung angesichts dieses dem Großroman "Der Turm" nun in Form eines "Capriccio" folgenden Werks des Buchpreisträgers Uwe Tellkamp. Die blaue Stadt des Titels gemahnt an die blaue Blume des Novalis - und als Buch aus dessen Geist versteht sich wohl auch dieser Band. Die blaue Stadt ist rein imaginär, zusammengesetzt freilich aus real existierenden Städten, so etwa Prag und Venedig. Reizend findet Hartung nicht nur als solche die Idee, sondern auch den einen oder anderen "hübschen Einfall". Andere Einfälle aber gibt es, bedauert er, auch. Und jedenfalls solche, auf denen Tellkamp so lange herumreitet, bis es des Guten zu viel ist. Und warum jeder der vierzig Abschnitte einer "mehr oder minder possierlichen" Figurine zugeordnet werden muss, das weiß Hartung auch nicht.
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