Uwe von Seltmann

Es brennt

Mordechai Gebirtig, Vater des jiddischen Liedes
Cover: Es brennt
Homunculus Verlag, Erlangen 2018
ISBN 9783946120650
Gebunden, 400 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Wenn die Geschichte anders verlaufen wäre und nicht Millionen Juden mitsamt ihrer Kultur vernichtet worden wären, so der italienische Künstler Rudi Assuntino, wäre der jiddische Dichter Mordechai Gebirtig heute so populär wie die Gershwin-Brüder. Gebirtig, auch der "Vater des jiddischen Liedes" genannt, wurde 1942 im Krakauer Ghetto von Nationalsozialisten ermordet. Doch rund 170 seiner Gedichte und Lieder haben die Shoah überlebt. Heute wie damals sind sie ein bedeutendes Zeugnis jüdisch-europäischer Kultur und werden weltweit von namhaften Künstlern gesungen und interpretiert. Gebirtigs bekanntestes Lied "S'brent" (Es brennt) war während der NS-Zeit die inoffizielle Hymne jüdischer Widerstandskämpfer, heute wird es in Israel zu jedem Holocaust-Gedenktag angestimmt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2019

Rezensentin Marta Kijowska freut sich über das materialreiche Buch des Krakauer Publizisten Uwe von Seltmann über den jüdischen Liedermacher Mordechai Gebirtig. Auch wenn sie in dem Band eher ein nur mit einiger Geduld zu erkundendes, mitunter übergenaues Mosaik aus Bild und Text, Fotos, Faksimiles, Liedern und Gedichten sieht, denn eine Biografie, vermag Seltmann ihr Gebirtigs Lebensgeschichte, ihre politischen und sozialen Umstände eindrucksvoll, atmosphärisch und mit vielen erstmals zugänglichen Archivfunden und Übertragungen zu vermitteln. Auf die typografischen Spielereien des Verlages hätte die Rezensentin allerdings verzichten können.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 26.01.2019

Dirk Schümer lobt Uwe von Seltmanns Dokumentation von Leben und Werk des jiddischen Dichters Mordechai Gebirtig als gründlich und liebevoll. Reiches Bildmaterial und Zeitzeugnisse erschließen Schümer die Rolle Gebirtigs im Krakauer Kulturleben, sein Netzwerk, seinen Zorn, sein Leiden an Demütigungen aller Art, aber auch seine Würde. Zusammen mit den übersetzten, mitunter düster prophetischen Liedern und Gedichten ergibt das laut Schümer eine gelungene, dankenswerte, wenngleich späte Ehrbezeugung.

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