Aus dem Finnischen von Alfred Otto Schwede und Angela Plöger. In "Kriegsroman" zieht eine Gruppe finnischer Soldaten 1941 in den Krieg gegen die Sowjetunion. Realistisch schildert Linna das Kämpfen, Leben und Sterben seiner Protagonisten. Er zeichnet unnachahmliche Typen, die mit losem Mundwerk, derben Sprüchen und einer gehörigen Portion Galgenhumor das Geschehen lebendig machen. Das zu den meistverkauften Büchern Finnlands gehörende "Tuntematon sotilas" von Väinö Linna (1954 WSOY, Helsinki) wurde bisher zweimal ins Deutsche übersetzt: 1955 als "Kreuze in Karelien" (Kiepenhauer und Witsch) und 1971 als "Der unbekannte Soldat" (DDR). 1954 wurde der finnische Text von der Zensur gekürzt und erst im Jahr 2000 erschien bei WSOY die ungekürzte Ausgabe mit dem Titel "Sotaromaani" (Kriegsroman). Erstmals liegt hier nun die deutsche Übersetzung der unzensierten Version des Romans vor. Alfred Otto Schwedes Übersetzung aus dem Jahr 1971 wurde neu durchgesehen. Die neuen, sehr umfangreichen, zensierten Passagen wurden von Angela Plöger übersetzt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.10.2014
Vier Romane stellt Sylvia Staude vor, die sich mit den drei großen Kriegen im Finnland des 20. Jahrhunderts beschäftigen: Der finnische Bürgerkrieg zwischen Roten und Weißen 1918, der äußerst brutal geführt wurde und das kleine Land fast zerriss, der Winterkrieg 39/40 gegen die Russen, und der Zweite Weltkrieg, in dem die Finnen die Nazis unterstützten, um die Russen aus ihrem Land zu vertreiben. Väinö Linnas "Kriegsroman" erzählt von einer Gruppe Soldaten, die 1941 in den Krieg gegen die Russen ziehen. Mit dauerndem Gequassel versuchen sie ihre Angst und schließlich Panik zu übertönen, so die Rezensentin. Handlung im eigentlichen Sinne gibt es kaum, nur immer neue Vorbereitungen auf neues Schlachten. Die Dialoge sind ausufernd und derb: "Stöhnt einer noch 'Sanitäter!', sagt ein anderer gleich: 'nicht nötig ... schon tot.'", zitiert die Rezensentin. Dieser Roman, versichert sie, "kuriert jede Kameradschaftsduselei". Großes Lob noch an den Viaiuris Verlag, der die zensierten (antisowjetischen oder besonders derben) Stellen wieder eingefügt hat.
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