Verena Lenzen beschreibt hier erstmals die Geschichte des für die jüdische Theologie zentralen Begriffs von der Heiligung des göttlichen Namens. Die Autorin zeigt, wie dieser Begriff sich im Lauf der Zeit gewandelt hat und schließlich durch die Shoah in eine tiefe Krise gerät. Mit dieser Arbeit erschließt Lenzen ein halbes Jahrhundert nach Auschwitz ein Herzstück jüdischen Selbstverständnisses.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.09.2002
Eine hervorragende Einführung in die jüdische Religionsgeschichte bietet Jan-Heiner Tück zufolge Verena Lenzen mit ihrer erweiterten Habilitationsschrift, die die Idee des Kiddusch HaSchem als "Herzstück jüdischen Lebens und Sterbens" verfolgt und damit Einblick in ein Judentum gewährt, wie Tück schreibt, das "nur im Plural seiner unterschiedlichen Ausdrucksformen" zu verstehen ist. Die Verfasserin, vor kurzem zur Leiterin des Jüdisch-Christlichen Instituts Luzern berufen, habe für ihre Habilitationsschrift einen essayistischen Zugang gewählt. Nach einer geschichtstheologischen Erörterung des Begriffs des Kiddusch HaSchem - die Heiligung des göttlichen Namen - rückt die Geschichte von Abraham und Isaak in den Mittelpunkt des Interesses und bildet für Tück so etwas wie das geheime Zentrum des Buches, da es auch um die Deutung der Bereitschaft zum Selbstopfer und die Frage des Märtyrerbegriffs geht. Laut Tück ein Brückenschlag zur modernen Holocaust-Theologie, zu der die Autorin einen instruktiven Überblick liefere.
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