Welche Vorstellungen verbanden sich für Menschen des Mittelalters mit Arbeit? War sie im theozentrischen Weltbild der Zeit allein Sündenstrafe für den verdorbenen Menschen oder konnte er sich durch Arbeit den Weg zum Heil verdienen? Waren die Menschen allein von Gottes Gnade abhängig, wollten sie das ewige Leben erreichen oder konnten sie durch eigene Leistung dazu beitragen? Welche Rolle spielte in diesem Zusammenhang die menschliche Willensfreiheit, der freiwillige Entschluss, etwas zu leisten? Vergab Gott das Heil unabhängig von der Leistung der Menschen im Diesseits oder honorierte er Verdienste?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.01.2010
Nicht anfreunden kann sich Rezensent Michael Borgolte mit Verena Postels Studie über "Arbeit und Willensfreiheit im Mittelalter". Schon die Auswahl der behandelten Autoren findet er nicht überzeugend, fehlen ihm doch wichtige Autoritäten wie Anselm von Canterbury oder Siger von Brabant. Generell gelingt es der Autorin in seinen Augen nicht, eine mittelalterliche Diskussion über Arbeit und Willensfreiheit zu konstruieren, was für ihn auch daran liegt, dass sie viel zu wenig über die Wirkungsgeschichte der Texte bringt. Zudem moniert er die allzu dürftige Darstellung der für das Verständnis der Debatten wichtigen historischen Kontexte. Borgolte hebt hervor, dass die Studie auch als mediävistischer Beitrag wider die neurowissenschaftliche Skepsis gegen die Willens- und Entscheidungsfreiheit des Menschen gedacht ist, eine Idee, die ihm grundsätzlich begrüßenswert scheint. In vorliegendem Fall funktioniert sie zu seinem Bedauern allerdings nicht.
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