Die Frage nach der Willensfreiheit beschäftigt seit einigen Jahren nicht mehr nur Philosophen, Psychologen und Neurowissenschaftler, sondern sie ist auch in den Interessensfokus einer breiteren Öffentlichkeit geraten. Viele kognitions- und neurowissenschaftliche Studien werden derzeit im Sinne einer Widerlegung der Willensfreiheit interpretiert. Diese Auffassung hätte gravierende Konsequenzen für das menschliche Selbstverständnis. Dieses Buch unterbreitet einen konstruktiven, neuen Vorschlag zur Frage nach der Willensfreiheit und argumentiert für zwei Thesen: Willensfreiheit lässt sich nicht empirisch widerlegen. Denn eine Antwort auf die Frage nach der Willensfreiheit hängt ganz wesentlich von theoretischen Voraussetzungen über den Zusammenhang von Körper und Geist ab. Empirisch feststellbar sind stets nur Korrelationen zwischen geistigen und neurophysiologischen Zuständen - wie man die Korrelationen erklärt, ist aber eine philosophisch-wissenschaftstheoretische Frage.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.04.2007
Als Lektüre zur Determinismusdebatte und Beispiel einer "Neukonzeption" gegen eine empirische Widerlegung der Willensfreiheit möchte Helmut Mayer das Buch der Philosophin Bettina Walde empfehlen. Mayer stellt die Geradlinigkeit der Darstellung in Bezug auf die Grundproblematik einer Kompatibilität zwischen Determiniertheit und Willensfreiheit heraus und lobt das Argumentationsgeschick der Autorin beim Versuch, die Koexistenz beider Größen vorzustellen. Dass dabei um gewisse Grenzen des freien Handelns nicht herumzukommen ist, wird dem Rezensenten deutlich.
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