Aus dem Französischen von Tobias Scheffel und Claudia Steinitz. Völlig unerwartet soll ein Forscher im Ruhestand für seine frühere Arbeit eine bedeutende Auszeichnung erhalten. Ihm selbst ist nicht klar, was er da entdeckt haben soll, doch die Nachricht sorgt für Furore: Journalisten suchen ihn heim und stören die behagliche Unordnung im Wohnzimmer und im Innersten des 89-Jährigen. Doch da ist Madame Ambrunaz, seine Haushälterin und ein Bollwerk gegen die Zumutungen der Welt. Sie geleitet den etwas verstockten Wissenschaftler mit sanfter Beharrlichkeit und großartigen Einfällen durch die Tage bis zu seiner Ehrung. Sie kocht ihm Linsen und entführt ihn an die See, während er sich in Gedanken darüber verliert, aus welch merkwürdigen Begegnungen und absurden Anekdoten am Ende das wird, was man sein Leben nennt. Und das hält nun mal bis zum Schluss Überraschungen bereit - auch für einen alten Entdecker.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2011
Mehr Novelle als Roman ist dieses "fabelhafte kleine Buch", wie Rezensentin Lena Bopp notiert. Das in das beschauliche Seniorendasein des Protagonisten Gilbert Kaplan einbrechende Unerwartete kommt in Gestalt einer späten Auszeichnung einstiger wissenschaftlicher Verdienste daher, erzählt Bopp. Kaplan indes wisse weder, was er denn so Großartiges geleistet habe, noch interessiere er sich besonders dafür. Was sein Leben im Rückblick geprägt hat, seien zwischenmenschliche Beziehungen und insbesondere in der jüngeren Vergangenheit die weitgehende Abwesenheit derselben. Dass die bevorstehende Katastrophe - denn als solche erscheint im seine "Krönung" - ihn nicht nur seiner Einsamkeit gewahr werden lässt, sondern obendrein Kaplans Aussichten auf künftigen Seelenfrieden ruiniert, bekümmert die Rezensentin. Gottlob, so Bopp, ist "Meine Krönung" von Bizots "ganz eigener Melodie" durchdrungen: pointiert, hingebungsvoll, mit einem Schuss Ironie und "milder Heiterkeit".
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…