Aus dem Französischen von Gerda von Uslar. In der Altstadt von Van wächst der Armenierjunge Wahram in einer Wunderwelt auf. Im geheimnisvollen Keller des großen Hauses findet er versteckte Folianten mit Geschichten über wundersame Heilige und vergrabene Schätze. Als er mit seiner Großmutter darüber reden will, fährt sie ihm über den Mund und beruft den großen Familienrat ein. Wahram lernt, dass ein Armenier im Osmanischen Reich schweigen muss.
Hautnah bekommt er mit, welche Katastrophen sich die Armenier anbahnen. Der Vater, ein politischer Führer, steht im Zentrum der Verhandlungen mit den Mächten in Istanbul. Seine Großmutter ist die Zentralfigur der Sippe. Sie weiß für alles das passende Sprichwort, steckt voller uralter Geschichten und versucht unbeugsam, die weitverzweigte Familie zusammenzuhalten in den Stürmen der Zeit.
Im Weltkrieg wird Wahrams verzauberter Garten zum Lageplatz der Truppen und als der Sultan gestürzt wird, muss er mit seiner Familie fliehen - diese Flucht wird ihnen zum Todesmarsch.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.03.2017
Manuel Gogos stellt Victor Gardons Roman neben Franz Werfels und Edgar Hilsenraths Bücher über den Völkermord an den Armeniern. Bedeutend an dem Text erscheint ihm zum einen der Ausgangspunkt gelebter Geschichte und zum anderen der lyrisch-magische Erzählton, mit dem der Autor eine versunkene Welt detailreich wieder auferstehen lässt. Ein "bildstarkes" Zeitzeugnis, findet Gogos.
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