Lutz Kleveman

Der Kampf um das heilige Feuer

Wettlauf der Weltmächte am Kaspischen Meer
Cover: Der Kampf um das heilige Feuer
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783871344565
Gebunden, 319 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Das Kaspische Meer ist zum weltpolitischen Brennpunkt geworden: Seit dem Ende der Sowjetunion wurden hier riesige Rohstoffvorkommen entdeckt, die eine Alternative zum arabischen Erdöl bilden können. Konzerne, Anrainerstaaten und Grossmächte streiten um Öllfelder und Pipeline-Routen, in der Region sind blutige Konflikte und Kriege ausgebrochen. Washington, Moskau und Peking ringen um Einfluss und schmieden Allianzen mit Diktatoren und Warlords in Zentralasien und im Kaukasus.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.11.2002

Der Autor stelle die richtigen Fragen, findet Rezensent Michael Thumann, schicke die Leser aber dann auf eine lange Suche nach der Antwort, die sich in kurzweiligen, aber "leider oft unzusammenhängenden Reportagen aus der Region" verliere. Es gebe hübsche Beschreibungen, der Rezensent nennt einen Report über die kasachische Ölstadt Atyrau oder ein Interview mit dem "mächtigen Ölmanager Scherdabajew". Ganz nahe komme der Autor sogar den "westlichen Neulingen in der Region". Dennoch blieb beim Rezensenten das Gefühl, dass Klevemann seine Fragen nicht konsequent genug beantworte, manche auf diesem "zu eilig geratenen Ritt über das Kaspische Meer" sogar nur vage streife. Symptomatisch fand der Rezensent auch "manche Ungenauigkeit im Detail". Was ihn zu einer Frage führt, die das Buch gänzlich offen lasse: "Wo war eigentlich der Lektor?" Nicht nur wegen gelegentlich falscher Namen und Umschriften. Auch den Untertitel hätte er so nicht durchgehen lassen. Wäre das Buch als das, was es ist, nämlich als "Tagebuch aufgemacht und eingeführt" worden, wären am Ende keine Fragen offen geblieben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2002

Rudolph Chimelli ist von fast allem in diesem Buch über die Region zwischen Kaukasus und Singkiang sehr angetan. Er merkt es dem Text an, dass der Autor die Gegenden, über die er schreibt, tatsächlich gesehen und mit den Menschen tatsächlich gesprochen hat. "Anständige Reportagen" sind dabei herausgekommen, lobt der Rezensent, wobei er besonders hervorhebt, dass Kleveman auch über das selten bereiste Abchasien berichtet. Der historische Teil des Buches allerdings kann sich nicht mehr auf das Wohlwollen des Rezensenten verlassen. Hier gibt es laut Chimelli einige "Ungereimtheiten", vieles erscheint ihm oft "holprig". Trotzdem meint er, dass die Leser durch die Lektüre der Reportagen des Bandes insgesamt "reich belohnt" werden.

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