Aus dem Russischen von Angelika Schneider. Adas Großeltern mussten in der Sowjetunion ihre adlige Herkunft verheimlichen und haben doch Haltung bewahrt (und einen Teil des Familienschmucks). Adas Mutter ist eine begabte Sängerin am Bolschoitheater. Und Ada selbst? Ada hatte keine klar ausgeprägten Talente, außer dem Talent zu gefallen. Sie gefiel allen ohne Ausnahme: den Jungen und den Alten, den Klugen und den Dummen, den Katzen und den Hunden, den Militärs und den Bürokraten. Ada hatte auch keine besonderen Neigungen. Sie wollte lieben und geliebt werden und mehr nicht. Die Zeiten ändern sich: Die Perestroika hält Einzug, die Sowjetunion zerfällt, die Ära eines mafiösen Kapitalismus bricht an. Doch Ada bleibt Ada - mag auch der Gegenstand ihrer Liebe wechseln ...
Christiane Pöhlmann liefert einige Hintergründe zum besseren Verständnis dieses Romans über eine Russin, die im Alter von 60 Jahren - auch sexuell - einen Neuanfang wagt: So unterlag die Sexualität von, insbesondere nicht mehr völlig jungen, Frauen in der Sowjetunion einem strengen Tabu. Ansonsten steht die Rezensentin Tokarjewas Kurzroman zwar wohlwollend, aber keineswegs begeistert gegenüber: Dass die Autorin mit dieser Geschichte die individuellen Spielräume in einer repressiven Gesellschaft verhandelt und einen Rückblick in die Zeit der Sowjetunion wagt, weiß sie zwar schon deshalb zu schätzen, da dies in Russland viel zu selten geschieht. Allerdings vermisst sie den lakonischen Ton früherer Werke der Tschechow-Schülerin, die hier überdies gefährlich in die Nähe von "Kitsch" und "Schmonzette" gerate. Dennoch befindet Pöhlmann alles in allem: "Lesenswert".
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