Aus dem Englischen von Tanja Handels. Schreibe nicht nur über dich selbst, sondern erschaffe Charaktere und hole ihre Stimmen hervor! Vermeide Selbstmitleid! Lies die großen Dichter vergangener Zeiten! Verwandle menschliches Leben in Poesie! Schreibe Tragödien und Komödien in verdichteter Form! Vor allem aber: Strebe nicht nach Ruhm und veröffentliche nichts vor dem dreißigsten Lebensjahr! Virginia Woolfs Brief an den jungen Dichter John Lehmann ist eine Gebrauchsanweisung für moderne Poesie. Als erfahrene Prosaschriftstellerin, die sich vorgeblich über die Dichtkunst kein wirkliches Urteil erlauben mag, gibt sie dem scheinbar verzweifelten John feinfühligen, ironischen und sehr präzisen Rat. Dieser erschien erstmals 1932 als achter Band der "Hogarth Letters" in Woolfs eigenem Verlag.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.08.2015
Virinia Woolfs erstmals 1932 erschienenen "Brief an einen jungen Dichter" hat Rezensentin Eva Schäfers mit Genuss gelesen. Allein die Idee, den von ihr geforderten Beitrag über moderne Lyrik für die achte Ausgabe der Hogarth Letters in Form eines fiktiven Dialogs zu schreiben, ringt der Kritikerin Anerkennung ab. Insbesondere aber bewundert Schäfers die Gabe der Autorin, den abstrakten Inhalt klug, ironisch und lebendig zu verpacken und ihre mit Blick auf die Lyrik überraschend konservative Ästhetik schlichtweg einem reaktionären, hustenden bisweilen lächerlichen Philister in den Mund zu legen, um sich schließlich doch davon zu distanzieren. Ein erkenntnisreiches und unterhaltsames Manifest, in dem der Kritikerin nicht nur Shakespeare, Tennyson, Byron oder Keats begegnen, sondern in dem sie auch lernt, dass in der Lyrik der Moderne laut Woolf durchaus "Taxis mit Osterglocken tanzen" dürfen.
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