Jahrzehntelang blieben sie unveröffentlicht: Hans Magnus Enzensbergers Frankfurter Poetikvorlesungen aus dem Wintersemester 1964/65. Ausgehend von diesem umfangreichen Text werden Enzensbergers Schriften zur Literatur aus einem halben Jahrhundert erstmals in einem Band zusammengeführt. Lückenlos versammelt sind seine Essays und die vielen freundlichen, traurigen und bösen Auseinandersetzungen mit Klassikern und Zeitgenossen - manches davon bisher ungedruckt. Vom ausgreifenden Essay bis zur Fußnote und Randbemerkung (Scholien) reicht das Spektrum. In offener Feldschlacht mit breitgefächerter Aufstellung, so gut wie im geschickt inszenierten Scharmützel, entfaltet Enzensberger seine ästhetischen Positionen und Mutmaßungen und führt sie bis zur Synthese von Poesie und Wissenschaft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.11.2009
Pünktlich zum achtzigsten Geburtstag hat der Suhrkamp Verlag eine Sammlung von Essays und Literaturkritiken von Hans Magnus Enzensberger herausgegeben, die Lothar Müller wohlwollend ins Auge fasst. Es handelt sich um Texte aus den Jahren 1955 bis 2007, und es findet sich darunter auch bislang Unveröffentlichtes wie die Frankfurter Poetikvorlesungen von 1964/65 oder ein Text über die überschätzte Wirkung von Literatur, informiert der Rezensent. Ihm ist vor allem aufgefallen, dass in Enzensberger der "Typus des Kritikers" stecke, der sich selbstbewusst am deutschen Literaturkanon zu schaffen macht und unbekümmert Gattungsgrenzen sprengt. Auf jeden Fall kann man laut Müller in diesem Band noch mal allerlei der deutschen Literaturgeschichte Revue passieren lassen, wie die Auseinandersetzungen der Avantgarde oder die Debatten über Naturlyrik seit 1945.
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