Wenn Plakate mit "Daham statt Islam" werben, Kriegsspiele als "Jugendtorheiten" verharmlost und im Nachbarland "Ausländer" durch die Stadt gehetzt und misshandelt werden, spätestens dann sollte man sich die Frage stellen: Wer sind diese Leute und wie leben sie? Heribert Schiedel beobachtet die Szene seit fast 20 Jahren und legt nun eine umfassende Bestandsaufnahme des heimischen Rechtsextremismus vor. Sein Buch führt in die Begriffsbestimmungen und Erklärungsansätze aus politologischer Sicht ein. Es zeigt die Ursachen für Rassismus, Antisemitismus und Autoritarismus. Dabei macht der Autor die wechselnden Stichworte und Inhalte extremistischer Gesinnungen auch aus historischer Perspektive deutlich. Ob von der "Herrschaft der Ostküste" oder der "internationalen Hochfinanz" die Rede ist, immer steckt dahinter der Hass auf "den Juden" und die vermeintliche Überlegenheit der eigenen "Kultur". Schiedels Einblicke in die gewaltbereite Neonaziszene Österreichs zeigen auch erschreckende Details und erstaunliche Querverbindungen. Man trifft sich bei "Sonnwendfeiern", "Kultstättenwanderungen" und "ario-germanischen Ballspielen", träumt von "bewaffneten Männern", die den "Feinden entgegentreten, um zum vernichtenden blutigen Schlag auszuholen". Trotz allem bescheinigt Schiedel der österreichischen Situation eine relative Harmlosigkeit und nennt die Gründe dafür: Die im Vergleich zu anderen europäischen Ländern zu konstatierende Schwäche des gewalttätigen Rechtsextremismus steht in Zusammenhang mit der Stärke des parteiförmigen: Der österreichische Rechtsextremismus hat seit über 50 Jahren eine Vertretung im Parlament und in Länderregierungen. Daneben ist er über Veteranen-, Turner und Studentenverbände fest in den Alltag integriert. In der Folge erscheinen Antisemitismus, Rassismus und Autoritarismus heute nicht als Skandal, sondern als normal.
Rezensent Ralf Leonhard schätzt diese Studie über die Entwicklung des Rechtsextremismus in Österreich, die der Politologe Heribert Schiedel vorgelegt hat. Wie der Rezensent berichtet, befasst sich der Autor seit über zehn Jahren im Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes mit diesem Phänomen in seinen verschiedenen Erscheinungsformen. So beobachte Schiedel nicht nur rechte Parteien wie die FPÖ, sondern auch Burschenschaften, Skinheads und Wehrsportgruppen. Leonhard hebt vor allem Schiedels Analyse unterschiedlicher Formungen und Ursachen des Rechtsextremismus sowie gemeinsamer Charakteristika wie der Ablehnung des Prinzips der Gleichheit, der Ethnisierung des Sozialen, Rassismus, Antisemitismus, Gewaltakzeptanz, Intoleranz usw. hervor. Auch mit Jörg Haider setze sich der Autor eingehend auseinander. Neben der Darstellung des Rechtsextremismus findet Leonhard in dem Buch auch Überlegungen, wie man dessen Erstarken gesellschaftlich entgegentreten kann.
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