Den Höhepunkt der Weltausstellungen im 19. Jahrhundert bildete die in Paris 1867. In ihrem vermessenen Anspruch ist sie ein großartiger Spiegel des Zeitalters der Industrialisierung: Voller Aufbruchsstimmung reflektiert sie dessen optimistische wie ausbeuterische Natur. Aber auch die Krisen des imperialistischen Zeitalters werfen schon ihre Schatten voraus. Volker Barth gelingt es in bewundernswerter Weise, an diesem Beispiel die Mentalität der Welt um die Mitte des 19. Jahrhunderts einzufangen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.10.2007
Als "luzide Dissertation im Geiste eines Walter Benjamin" lobt Rezensent Ulrich Baron diese Studie über die Pariser Weltausstellung von 1867, mit der die Welt noch einmal auf dem Marsfeld geschaffen werden sollte. Wie Baron klarstellt, war dies nicht die Ausstellung mit dem Eifelturm, zu den Attraktionen von 1867 gehörten ein Aufzug, ein Heißluftballon und Krupps größte Kanone der Welt. Wie der Rezensent darstellt, geht es Volker Barth vor allem darum zu zeigen, dass die "Exposition Universelle" nicht nur an ihrem Anspruch scheiterte, nicht kommerziell zu sein, sondern auch an ihrer "ideologischen Verblendung", die das "Fremde und Inkommensurable" nicht zulassen konnte, die der Realtität von 1867 - dem amerikanischen Bürgerkrieg, dem Attentat auf Zar Alexander, der Hinrichtung des mexikanischen Kaisers Maximilian und dem sich ankündigenden Krieg mit dem Deutschen Reich - keine Beachtung schenkte. Dies alles findet Baron sehr eindrucksvoll von dem Autor dargestellt, wie er abschließend notiert.
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